Dreilinger Bauernrechnung: Bürger ohne Meister…



Die Sitzgelegenheiten im Versammlungsraum des Untypischen Gasthauses wurden knapp, als die letzten Bürgerinnen und Bürger aus Niebeck und Dreilingen eintrafen. Die Bauernrechnung in Dreilingen ist eine Traditionsveranstaltung. Sie ist in der Gemeinde Eimke die einzige Gelegenheit für die kommunalpolitische Selbstverwaltung, über ihre Arbeit zu berichten und Fragen der DorfbewohnerInnen zu beantworten. Zur großen Enttäuschung der Anwesenden fehlte Bürgermeister Dirk-Walter Amtsfeld, der diese Veranstaltung bereits im letzten Jahr ausgelassen hatte. Er entschuldigte es mit einem Schreiben, das der Ratsherr Thomas Johannes aus Eimke mitgebracht hatte. Mit einem Bericht aus der Ratsarbeit konnte er allerdings nicht dienen. Das Fehlen der stellvertretenden Bürgermeisterin wurde von ihm entschuldigt.

Niebecker und Dreilinger fühlen sich am Rande der Gemeinde Eimke, am Rande der Samtgemeinde Suderburg und am Rande des Landkreises Uelzen mit ihrer großen dünn besiedelten Fläche hinsichtlich der Infrastruktur sehr benachteiligt. Schlechte Telefon- und Internetverbindungen, keine Erdgasversorgung, keine Radwegeanbindung, kaputte Straßen und Wege, keine Einkaufsmöglichkeiten am Ort sind nur einige Beispiele. Dennoch gab es innerhalb eines Vierteljahres gleich zweimal Post zur Grundsteuererhöhung. So wächst bei den Bürgerinnen und Bürgern der Unmut über das Verhalten des Bürgermeisters und über die Ratsentscheidungen in Eimke. Dreilinger und Niebecker fühlen sich nicht ernst genommen, wenn man nicht zu ihnen kommt. Sie erfahren nichts aus der gemeindlichen Selbstverwaltung, beispielsweise auch keine Gründe für die mehrfachen Steuererhöhungen. Kritische Fragen zum Freischneiden der Wirtschaftswege blieben unbeantwortet, weil auch der Bauausschussvorsitzende des Eimker Gemeinderates nicht anwesend war. Die Krisenstimmung zwischen dem Eimker Bürgermeister, des Rates und der Dorfgemeinschaft Dreilingen dauert weiterhin an.

Pastor Michael Kardel machte deutlich, dass in jeder Krise auch eine Chance liegt. Er ermutigte zu einem erneuten Versuch, aufeinander zuzugehen. Das hatte Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Schulz bereits im letzten Jahr versucht und sich als Vermittler zu einem Runden Tisch angeboten. Auch wenn sich darüber nichts Positives berichten ließ, zumindestens aus der Samtgemeindearbeit gab es Erfreuliches. Man würde nicht mehr miteinander streiten und sei mit der Samtgemeinde aus den negativen Schlagzeilen heraus gekommen.

Am 26. April 2013 wurde der Verein „Dorfgemeinschaft Dreilingen-Niebeck e.V.“ gegründet. Winfried Schwieger erläuterte Satzung und Ziele des Vereins. Der Dorfgemeinschaft müsse eine Stimme gegeben werden. Damit könne man auch bei der Lösung der Dorfprobleme Einfluss gewinnen.

Wienfried Häsemeyer aus Niebeck stellte sich als der ab 2014 auch für Dreilingen zuständige Förster der Waldmärkerschaft vor.

Kathrin Schwieger blickte auf das vergangene Jahr mit den erfolgreichen Veranstaltungen zurück. Höhepunkte waren der 10. Treckertreck und der Besuch des NDR-Fernsehteams wegen. Ein besonderer Termin für 2014 ist das Wochenende 15./16 Juni mit dem inzwischen traditionellen Treckertreck und den Samtgemeinde Feuerwehrwettkämpfen. Dorfsprecher Günther Winkelmann hatte die Veranstaltung gut vorbereitet und souverän durch den Nachmittag geführt. Er musste aber noch auf kritische Nachfragen zu seiner Arbeit als Ratsherr eingehen.

Der Dreilinger Sportverein wurde 1994 unter der Leitung des damaligen stellvertretenden Bürgermeisters Johann-Heinrich Bergmann in Eimke gegründet. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens haben die Sport Jongleure 20 besondere Veranstaltungen geplant. So gibt es am 16. Februar 2014 ein Vereinsfrühstück. Der Vorsitzende Wilhelm Johannes lud dazu herzlich ein.

Mit über 40 Personen war das gemeinsame Abendessen ebenfalls gut besucht. Das anschließende Knobeln mit attraktiven Preisen sorgte für einen harmonischen Tagesausklang.

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8 Kommentar


CDU-Beobachter
01/27/14

Perfekt!
So kann es, für die CDU oder die mit anderem Namen gleichen Inhalts, in Eimke und Gerdau weitergehen.
In Gerdau wird nach Gutsherrenart, gemäß den ungeschriebenen Regeln des Gerdauer Landrechts, durch regiert. Der Bürgermeister kann problemlos auf dem Dorftag in Gerdau erscheinen. Kritische Fragen sind hier nicht erwünscht und so werden auch keine gestellt.
In Dreilingen/Eimke funktioniert es anders herum auch (noch?). Die Dorfgemeinschaft möchte, nur mindestens einmal im Jahr, klare Antworten von ihrer „Regierung“. Das Nicht-Erscheinen entscheidender Personen rettet vor klaren Aussagen. Einfach erbärmlich! Der Strauss lässt grüßen.
Ein Schelm, wer sich da an die schwülstigen Einlassungen zur Begründung der Ablehnung der Einheitsgemeinde erinnert.


ansitimate
01/31/14

Ja, so sind sie nun einmal, die Eimker Vasallen, die sich um König Dirk-Walter scharen, ihm gierig zuhören und eifrig alles absegnen, was ihr König vorgibt.
Alles wird einstimmig abgesegnet, eine Opposition gibt es nicht mehr und eine CDU schon gar nicht, nachdem Bürgermeister die Devise ausgegeben hat, dass gefälligst alle aus der CDU austreten müssen und der neuen Bewegung „Wir für Eimke“ beitreten.
Dreilingen und die Dreilinger passen nicht in das Bild des Eimker Gemeinderates.
Es ist nur wichtig, dass alle Dreilinger ihre Steuern pünktlich bezahlen, keine Forderungen oder kritische Fragen stellen, sich mit der digitalen Wüste abfinden und den Mund halten!
Wie würde es wohl in Dreilingen aussehen, wenn D.-W. Amtsfeld in Dreilingen wohnen würde, dort seinen Betrieb hätte und die „Regierungsgeschäfte“ von Dreilingen aus erfolgen.
Konnte nicht ein Eimker den Sportverein vor 20 Jahren gründen? Sport Jongleure „Dreilingen“, das passt doch nicht, das stört den Bürgermeister doch nur. Kann man den Namen nicht ändern?


Plattsnacker
02/01/14

Arbeid flietig un wees nich fuul,
betohl diene Stüern un hool dat Muul!
Ob de Dreilinger dat ok mol kapiert, wo sik dat in de Gemeen Eimk mit ehrn Föhrer hört?


senseless
02/02/14

Kann hinter dem Verhalten des Bürgermeisters bzw. der Ratsverantwortlichen möglicherweise auch eine gewisse Taktik stehen? Die vielfach unzufriedenen und aufsässigen Dreilinger können dem Rat und der Verwaltung das Leben mit unbequemen Fragen ja auch schwer machen. Was liegt daher näher als sie los zu werden. Eine Suderburger Vorwahlnummer haben die Dreilinger ja schon und die nächsten Strukturveränderungen in der politischen Landschaft sind wohl unumgänglich.


schröbo
02/04/14

Was wollen die Dreilinger denn noch alles?
Sie wollen eine Internet-Versorgung wie in Eimke!
Sie wollen über gemeindliche Angelegenheiten informiert werden!
Sie wollen eine Gleichbehandlung mit Eimke, Wichtenbeck und Ellerndorf!
Sie wollen einen Radweg von Dreilingen nach Eimke!
Sie wollen ihre Friedhofskapelle an die Samtgemeinde abgeben!
Wenn Dreilingen so viele Wünsche hat, die König Dirk-Walter nicht erfüllen will, dann kann Dreilingen doch gleich nach Suderburg gehen. Deren Bürgermeister wird sie sicher mehr in sein Herz schließen als Bürgermeister Dirk-Walter Amtsfeld.
Dann werden sie auch über die Gemeindepolitik informiert und es werden bei der Bauernrechnung keine Zettel vom Ratsherrn Thomas Johannes verteilt, der den Dreilingern zur Gemeindeplitik kein Sterbenswörtchen mitteilen konnte.
Was für ein schwaches Bild von einem Ratsherrn aus Eimke!!!


Machtlos
02/05/14

So sieht also transparente Gemeindepolitik aus! Abtauchen und aussitzen scheint die Devise des Bürgermeisters und seiner Ratsvertreter. Haltet das Volk dumm, dann muckt es auch nicht auf.
Offensichtlich hat der Gemeinderat verkannt, dass nicht etwa sie die Gemeinde sind, sondern die Bürger, die ein Recht darauf haben, von den gewählten Ratsvertretern auch informiert zu werden. Oder ducken sich etwa alle deshalb weg, weil sie nicht in der Lage sind, ohne ihren Fürsten Fragen zu beantworten, z. B. zu den Steuererhöhungen?
Es ist wirklich nur noch armselig und peinlich was da aus Eimke kommt und höchste Zeit für klärende Gespräche!


Th. Johannes
02/06/14

Hallo erstmal zusammen.
Eigentlich finde ich es ja schön das über die Bauernrechnung diskutiert wird auch wenn ich durch die anonymen Beiträge leider nicht weiß wer sind nun Dreilinger oder einfach nur Außenstehende aus anderen Gemeinden.
Erstmal vorweg kann mich jeder gerne persönlich ansprechen es muss nicht anonym sein man kann über alles reden und diskutieren. (Entscheidungen aber zusammen getroffen)
Wie ich den Kommentaren entnehme fehlte den Dreilingern ein Bericht meinerseits oder zumindest ein paar Worte. Ja den Schuh ziehe ich mir an (Frau oder Herr schröbo) hätte ich tun können wollte ich vielleicht auch? Nur wurde ich ja schon vor der Sitzung in einen Nebenraum gebeten und merkte, dass schon eine sehr angespannte Stimmung herrschte und jedes Wort was ich berichtet hätte, die Stimmung nur noch mehr angeheizt hätte. Zu erwähnen sei das ich nicht der einzige Ratsherr an dem Nachmittag war der aus der Gemeinde hätte berichten können. Zudem steht ja auch jedem frei zu Ratssitzungen zu kommen und sich hier zu informieren, gerade wenn es um „Dreilinger Themen“ geht.
Zudem wurde ich während der Bauernrechnung nur einmal persönlich angesprochen: „Thomas schön das du dich her getraut hast“.
Ich habe aber vieles mitgenommen und an die Ratskollegen weitergegeben, da es ja auch der Wunsch ist nicht mit einem sondern mit allen zu diskutieren.
Frau oder Herr ansitimate, vorher informieren wer Mitglied der CDU war. Kann nur für mich reden, dass Parteipolitik nix auf dem Dorf zu suchen hat. Ihre anderen Anmerkungen klären Sie bitte mit den betroffenen persönlich ist doch viel schöner. Kann aber auch hier nur für mich sprechen, wie im gesamten vorherigen Text.
Also mich gerne persönlich ansprechen (nicht anonym) kann doch jeder zu seiner Meinung stehen.
Es darf aber nicht vergessen werden, was die Dreilinger auf die Beine stellen können (Treckertreck, Sport Jongleure usw.) und wollen (Bäume ausästen usw.) das kommt viel zu kurz in den Kommentaren.


M.Meier
02/11/14

Hallo

Ja was soll ich dazu alles sagen? Ich wohne hier auf dem Dorf in Dreilingen nun seid ca. 3 Jahren. In diesen 3 Jahren habe ich unseren Bürgermeister 1mal gesehen. Das ist gewaltig viel.

Was ich sehr schade finde ist, das ein Bürgermeister nicht mal soviel Hintern in der Hose hat und an einem Tag im Jahr zu einer Bauernrechnung die schon Monate zuvor bekannt war zu erscheinen sondern einen Lakaien vor schickt der so einen Wisch der mit Verlaub auch noch Grammatisch falsch war da auslegt. (was zur allgemeinen Belustigung beitrug) Des weiteren war ich von diesem Schreiben ziemlich enttäuscht. Hätte man als Gewählte Person nicht einmal ein paar freundliche Worte als Bürgermeister finden können? Weiterhin ist es doch ziemlich komisch jedes mal wenn wir Dreilinger Bürger Bauernrechnung haben ist der Bürgermeister aus irgendwelchen fadenscheinigen Gründen nicht da. Das stimmt mich komisch und andere auch.

Ja was wir alles auf die Beine stellen da kann sich Eimke und unser Bürgermeister mal ein Beispiel nehmen. Das tun wir alles in unserer Freizeit und von unserem Geld. Das ist ja auch kein Wunder wenn man immer zu hören bekommt Eimke hat kein Geld. Was ich mich frage ist wo ist denn das ganze Geld hin?

Ich habe da noch 2-3 Beispiele: Ich habe mir mal die Mühe gemacht und unserem Bürgermeister eine E-Mail geschrieben in der ich bat das man doch vor meinem Haus 2 Eichen zu fällen weil diese Befallen sind. NICHTS ist passiert bis heute nicht. Des weiteren sollte auf dem Bushaltestellen Häuschen die Ziegel erneuert werden. NICHTS ist passiert bis heute nicht. Ich habe dem Bürgermeister geschrieben das die Straßen glatt wären und doch einmal bitte gestreut werden müsse. NICHTS ist passiert. Und genau durch so etwas sind wir erzürnt. Weil eben NICHTS passiert.

Für mich ist der Bürgermeister gestorben. Ein weiterer Fall ist die Lügerei von unserem Bürgermeister in der Sache Kellergrundstück. Das ist ja wohl der größte Schweinerei die ich je von einem Amtsträger gehört habe. Er sollte sich etwas schämen und sein Amt mit sofortiger Wirkung abgeben.

Ein normal Bürger wäre schon wegen übler Nachrede angezeigt.

Fazit: So etwas wie Ihn als Bürgermeister brauchen wir nicht er hat sein Amt verfehlt.

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