Radfahren in Suderburg: Keine Lösung in Sichtweite



Die Bauausschusssitzung der Gemeinde Suderburg, am 18. Oktober, nutzten einige Bürger um ihrem Ärger Luft zu machen: Das Radfahren in Suderburg ist gefährlich, die Menschen sind verunsichert, der jetzige Zustand ist unhaltbar. Hier einige Aussagen:

„Ich mache Ihnen zum Vorwurf, dass die Radwege-Schilder vom Landkreis abgeräumt wurden, ohne konkrete Planung, was anschließend geschehen soll.“ „Die Radfahrer müssen auf der Straße fahren und werden von riesigen Landwirtschaftlichen Fahrzeugen und LKW‘s überholt, die sich durch die enge Bahnhofstraße quetschen“. „Es ist saugefährlich und immer wieder kommt es zu brenzligen Situationen“. „Die Wege sind da, warum können sie nicht genutzt werden?“

Der Ausschuss wehrte sich gegegen den Vorwurf, untätig gewesen zu sein: „Es hat einen Ratsbeschluss am 8. September gegeben die Radwege wieder in Betrieb zu nehmen. Der schmort jetzt beim Landkreis“, so Bürgermeister Hans-Hermann Hoff. Er empfahl die Kreistagsabgeordneten anzusprechen und wies auf die konstituierende Sitzung des Kreistages hin, die in diesem Jahr in Suderburg stattfinden solle.

Und so fand sich dann – zur Überraschung einiger altgedienter Kreistagsabgeordneten – eine große Anzahl Zuschauer zu dieser Sitzung am 1. November bei Spiller ein.

Auf den Kreistagssitzungen gibt es zwei Einwohnerfragestunden: Vor und nach der eigentlichen Sitzung. Erstere nutzten die Bürger, um ihre Kritik über den unhaltbaren Zustand loszuwerden, verbunden mit der Frage: „Wie lange soll Suderburg noch warten, bis es zu einer neuen Regelung kommt? Drei Jahre wie Bad Bodenteich – oder etwa sogar zehn Jahre wie die Stadt Uelzen“.

Die Antwort der Kreisverwaltung ernüchterte: „Es gibt Vorraussetzungen die erfüllt sein müssen…“. Der Kreis hätte ein Verfahren bis zum Oberverwaltungsgericht durchgeführt – und verloren. Die Situation sei dem ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) zu verdanken, der bundesweit neue Regeln durchsetzt. „Die Gemeinde Suderburg hat sich in dieser Sache an uns gewandt. Aufgrund der Rechtslage können wir aber nichts machen“.
Um die vorhandenen „Bürgersteige“ gleichberechtigt durch Radfahrer nutzen zu können, müssen die Vorraussetzungen stimmen: „Eine Gefahr für und durch Radfahrer muss ausgeschlossen sein und die Bauliche Anlage muss in Ordnung sein“.

D.h.: Im Wesentlichen müssen die Wege über eine vorgeschrieben Mindestbreite verfügen. Die ist in Suderburg nicht gegeben…

Daran können sich Bürger, Rat und Verwaltung nun die Zähne ausbeißen – oder nach einer anderen Lösung suchen. Befriedigend ist das alles nicht.

Und so stellte dann ein Anlieger der Bahnhofstraße fest, dass er seit 30 Jahren in Suderburg wohne und ihm keinerlei Unfall oder kritische Situation bekannt sei, der oder die durch die gemeinsame Nutzung des ehemals kombinierten Fuß-/Radweges entstanden sei. Er sei gespannt, wie lange es nun dauern werde, bis es zu einem Unfall kommt – brenzlige Situationen könne man ja bereits täglich beobachten…

Fazit:

Dem ADFC wird man sicher die besten Absichten unterstellen können. Trotzdem wirkt es einigermaßen „schwachsinnig“, was durch ihn in Suderburg passiert:
Die Bahnhofstraße wurde ursprünglich – mit dem Bau des Einkaufzentrums – schmaler gemacht, um den Verkehr zu beruhigen. Für die Radfahrer baute man einen zusätzlichen Fuß- und Radweg (zum vorhandenen kombinierten Geh-/Radweg auf der anderen Straßenseite), um das Radfahren sicherer zu machen.

Das hat sich bisher bewährt – und soll jetzt plötzlich gefährlich sein…

AP

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