Die Zeit ist reif…



Das Thema Radfahren und Radwegebau war auf suderburg-online schon immer ein Thema und wurde kürzlich mit dem Artikel „Radwegebau und die Eier des Kolumbus„ umfassend behandelt. Ein Aspekt war der Radweg von Stadensen zum Kreisel, an dessem Bau die Gemeinde Suderburg einen Anteil von 285 Metern hätte.

Jüngst hatte Suderburgs Gemeinderat den Bau dieses Abschnitts auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben – weil Abschnittsbildung nicht gewollt und die Samtgemeinde Aue aufgrund des Entschuldungsvertrages „so gut wie pleite„ ist.
Sie hätte nicht mal das Geld für die Planung, außerdem gäbe es dort kein Interesse an diesem Radweg, also braucht Suderburg auch nichts tun, hieß es, und die Sache war scheinbar vom Tisch.

Urplötzlich und unerwartet kommt nun Bewegung in die Angelegenheit und das kam so:

Auf der Generalversammlung der ISO Stadensen wurde von einem Mitglied der Antrag an den Vorstand gestellt und beschlossen, die Gemeinde Wrestedt aufzufordern, besagten Radweg in die Planung aufzunehmen und beim Landkreis anzumelden.
Der anwesende Suderburger Bürgermeister, Hans-Hermann Hoff, sagte in seinem Grußwort spontan die Unterstützung seiner Gemeinde zu: „Wenn in dieser Sache auf Wrestedter Seite etwas in Gang kommt, machen wir mit…”

Nur ein paar Tage später stellte die SPD-Fraktion der Gemeinde Wrestedt einen „Dringlichkeitsantrag auf Anmeldung eines weiteren Radwegeprojektes an Kreisstraßen beim Landkreis Uelzen„. In ihm wird beantragt:
„…der Gemeinderat möge auf seiner nächsten Sitzung am 18.02.15 aufgrund der Dringlichkeit beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt, zusätzlich zu dem von CDU/Grünen bevorzugten Radwegprojekt Gr. Liedern-Lehmke, unverzüglich den Bau des Radwegs entlang der K14 vom Suderburger Kreisel nach Stadensen, beim Landkreis Uelzen für die nächstmögliche Förderperiode anzumelden und die
für den Bau notwendigen Maßnahmen einzuleiten.

Nun wird es spannend.

Der Wrestedter Rat ist gespalten: Die SPD setzt sich seit Langem für besagten Weg ein, die CDU hat andere Präferenzen. Mit ihr im Boot sind die beiden GRÜNEN Ratsmitglieder Silke Schrader und Elke Baucke, die in diesem Fall das Zünglein an der Waage sein dürften – sie bilden mit der CDU eine Gruppe im Rat. (CDU 9, SPD 8, GRÜNE 2 Ratsmitglieder).

Entscheiden sie sich autonom für den Antrag, könnte er mit 10 zu 9 Stimmen angenommen werden.
Gibt es für die GRÜNEN eine Art „Gruppenzwang„ oder Absprachen über das Abstimmungsverhalten mit der CDU – sind sie also nicht autonom sondern abhängig – könnte der Antrag mit 11 zu 8 Stimmen abgelehnt werden.

In der Anmeldung des Radweges zum jetzigen Zeitpunkt sieht Andreas Dobslaw (SPD) eine einmalige Gelegenheit. Die Bezuschussung liegt bei 70 Prozent und es gibt vom Landkreis Uelzen sogar eine Vorschussfinanzierung der notwendigen Planungskosten. So günstig wird man nicht wieder zu diesem Radweg kommen, meint Dobslaw und warnt vor einer Ablehnung. Mit ihr würde der Radweg für viele, viele Jahre in der Versenkung verschwinden.

Deshalb fordert er alle Interessierten und Befürworter auf, das große Interesse für den Radweg zu dokumentieren. Wichtig ist es dafür, dass möglichst viele zur Ratssitzung, am Mittwoch dem 18. Februar 2015, ins Gasthaus Hamann in Ostedt kommen. Beginn ist 19.30 Uhr.

Die neue Bedeutung dieses Radweges – neue Aspekte

Seit kurzem rückt ein Aspekt in den Vordergrund, der dem Radweg eine ganz neue Bedeutung verschafft: Das Land Niedersachsen setzt für seine touristische Zukunft strategisch auf „gesundheitstouristische Angebote„. Das paßt maßgeschneidert auf Bad Bevensen und das von Marketing und Leuphana entwickelte „Entschleunigungsprogramm„.

Entschleunigt werden dürften damit gleichzeitig die hiesigen Angebote. Suderburg und Aue geraten ins Hintertreffen sollten zukünftig die Mittel vorrangig in das neue Fördergebiet fließen. Was tun?

Die Lösung ist vielleicht ganz einfach, erfordert aber ein gemeinsames Handeln. Wenn Land und Landkreis touristisch auf Gesundheit und Reha setzen, könnten Aue und Suderburg sich auf die „aktiven Gesunden„ konzentrieren – und die fahren Rad.

Diese Zielgruppe braucht ein Angebot mit ausreichenden und attraktiven Zielen und Strecken. Zusammen gesehen erfüllen Bodenteich, Wrestedt und Suderburg mit den dazugehörigen Orten diese Bedingungen: landschaftlich schöne Strecken, interessante Ziele, ein hervorragendes gastronomisches Angebot und gute, solide Unterkünfte zeichnen unsere Region aus.
Was fehlt ist eine gemeinsame Strategie, die entsprechende Werbung und der verbindende, durchgängige Radweg von Suderburg nach Stadensen (oder umgekehrt). Mit ihm wäre die wichtigste Brücke des Südkreises gebaut.

Die Ratsmitglieder in der Gemeinde Wrestedt (und nur sie!) haben nun auf der Sitzung am 18.2. die einmalige Chance und große Verantwortung diesen Radweg auf den Weg zu bringen.

Weitere Artikel zum Thema:

http://www.suderburg-online.de/neue-ideen-braucht-das-land/
http://www.suderburg-online.de/mal-uebern-tellerrand-schauen/
http://www.suderburg-online.de/kleiner-grenzverkehr-bei-der-radwegeinweihung/

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1 Kommentar


H-J.Drögemüller
02/14/15

Wenn Wrestedt und Suderburg sich beteiligen muss auch Uelzen ihren Anteil aufbringen , oder die anderen übernehmen den Stadtanteil.

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Ich unterstütze den Radweg von Stadensen zur B4 weil…

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