Mal über‘n Tellerrand schauen



Arm sein ist doof – dumm sein auch…

„Suderburger haben tiefliegende Augen und hochfliegende Pläne“, an diesem Spruch ist sicher manchmal ein Fünkchen Wahrheit. Umgekehrt gilt er für die Radwegpolitik im Landkreis Uelzen.

Das Land Niedersachsen hat die Wichtigkeit von Radwegen erkannt und 32 Millionen an Sondermitteln für deren Bau bereitgestellt. Damit will es die Baukosten mit jeweils 70% bezuschussen. Der Landkreis Uelzen sitzt auf einem eigenen Pott von 500.000 € für Radwege – sofort abrufbar. Passieren tut aber nichts, denn die Gemeinden haben keine Eigenmittel – nicht einmal für die Planung. Und diese ist Vorraussetzung für den Abruf der Mittel.

Der Grund für die leeren Kassen: der Zukunftsvertrag – Schulden dürfen nicht gemacht werdenund eine weiterhin hohe Kreisumlage

No future, Landkreis Uelzen?

Statt nun die Initiative zu ergreifen und aus der Not das Beste zu machen, produziert die Politik Spruchblasen. Mit „das Rennen ist offen“ und „die Erklärung der Baureife muß bis zum 15. September vorliegen – nur dann besteht die Chance auf Aufnahme ins Landesprogramm“ erklärt sie nichts anderes als den politischen Offenbarungseid. Denn sie weiß doch genau: Niemand kann ins Rennen gehen! Und ohne Perspektive ist eine entsprechende Planung weder schaffbar noch gewollt.

Der einzige, der schon länger im Kreistag für ein überregionales Konzept wirbt, ist Andreas Dobslaw (SPD). Auch jetzt bringt er es wieder mal mit einem Satz auf den Punkt: „Wenn es ein Sonderprogramm gibt, sollte man auch einen Sonderweg gehen“.
Der „Sonderweg“ für den Landkreis wäre, wenn er in dieser Situation echte Kreispolitik machen würde…

Dazu könnte es reichen, mit einem schwarzen Edding auf einer Landkarte die vorhandenen Radwege einzuzeichnen und mit einem roten die vorhandenen Lücken zwischen den einzelnen Strecken.
Damit könnte jeder sofort sehen, wo die wichtigen Strecken für den Landkreis, z.B. als Tourismusregion, fehlen – unabhängig von gemeindlichen Interessen.

Diese „Lückenstrecken“ müssten sofort in die Planung gehen, um noch Chancen auf die Sondermittel des Landes zu haben. Der Eigenanteil für die Baukosten könnte später mit den bereitliegenden Kreismitteln vorfinanziert werden.

Eigentlich ganz einfach – aber…

Eine dieser Lückenstrecken ist die Verbindung von Stadensen zum Suderburger Kreisel. Bis auf ein sehr kurzes Stück liegt sie im Gebiet der Samtgemeinde Aue. Das Interesse, hier einen Radweg zu bauen, geht in Aue gegen Null. Aue hat kein Geld, der Radweg ist völlig unwichtig für die Infrastruktur der Samtgemeinde.

Denken viele dort. Und im Kreis?

Mit einem Blick auf die touristische Karte sieht die Sache anders aus: von der Burg Bad Bodenteich bis Stadensen gibt es durchgehend Radwege, in Gegenrichtung vom Museumsdorf Hösseringen bis zum Kreisel auch. Vom Kreisel führen Strecken nach Holdenstedt, Uelzen, Bad Bevensen, Breitenhees, Celle…

In Wirklichkeit ist dieser Lückenschluss also eminent wichtig, wenn man die steigenden Zahlen der Radtouristen betrachtet. Sie zu sehen und nichts zu tun ist dumm!

Aber auch regional hätte dieser Lückenschluss Bedeutung, denkt man nur einmal an das Sommerbad in Stadensen…

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