Wie tickt Ungeziefer?



Eingeladen war der Schädlingsbekämpfer nach TRGS 523, Wolfgang Zugier aus Suhlendorf, der auf unterhaltsame Weise beim „ Arbeitskreis Landfrauen Uelzen“ über dieses Thema referierte.

Nach einer kurzen Einführung über das Berufsbild und die damit verbundene umfangreiche Ausbildung des Schädlingsbekämpfers erklärte Herr Zugier die Unterschiede zwischen Schädlingen, Nützlingen und Lästlingen, wobei Schädlinge/Lästlinge auch Nützlinge sein können und umgekehrt. Beispielsweie die Spinne, die als Nützling krankheitsübertragende Fliegen fängt und vertilgt aber – zu unrecht – leider ein schlechtes Image genießt!.

Viele Schädlinge machen sich mangelnde Hygiene im Garten, Stall oder Haushalt zu Nutze. Sie benötigen die gleichen Lebensbedingungen wie wir Menschen: Unterschlupf, Wärme und Nahrung. Nur in dieser Gesamtkombination gelingt ihnen ein Überleben und eine Weiterverbreitung.

Sprich: entziehen wir Ihnen diese Faktoren, sind wir schlauer als das Ungeziefer.

Zum Beispiel Schadnager: auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben und Privatgrundstücken wird nicht benötigtes Material, Müll und Maschinen direkt am Stall und am Haus gelagert und bietet somit Schutz und gleichzeitig die Wärme des Gebäudes. Ist in der Nähe noch ein Komposthaufen oder ein Futtertrog zu finden, haben die Schadnager ideale Lebensbedingungen und vermehren sich.

Es wurde ebenfalls auf die unterschiedliche Nahrungspräferenz des geschützen Maulwurfs und der wurzelschädigenden Wühlmaus hingewiesen.

Bei den Wespen ist das Wissen um deren Ernährung ebenso hilfreich, denn in den Monaten bis August ernährt sich z. B. die Deutsche Wespe ausschließlich von Proteinen. Erst ab August, wenn Zucker Nahrungsquelle wird, kommen die Wespen zu Besuch am Kaffeetisch, wobei sie aus­schließlich vom Geruch der zuckerhaltigen Lebensmittel angezogen werden.

Das heißt ein Abdecken der Speisen und Getränke mit einer Fliegengase ist nicht ausreichend. Es muss schon ein verschließbarer Plastikdeckel sein, um den Geruch zu verbergen.

Ist eine Umsiedlung oder eine Bekämpfung eines Wespennestes erforderlich, so nutzt Wolfgang Zugier die Nachtruhe der Tiere und geht schon mal nachts um 2.00 Uhr zur Arbeit.

Wer ein Glas Saft oder Bier als Wespenfalle auf den Tisch stellt, sollte einen Spritzer Geschirrspülmittel mit hinein geben, um die Tiere in der Falle auch untergehen zu lassen.
Gleiches gilt für die Schneckenfalle im Garten.

Fliegen, Fruchtfliegen, Motten und Mücken lassen sich giftfrei mit elektrischen Fliegenfängern fangen, die mit einer innen liegenden Klebefolie ausgestattet sind. Perfekt für Küche und Kinderzimmer!

Auch eine 20ige Rotweinessig-Wasserlösung mit „Prilzusatz“ kann in der Küche bei Fruchtfliegen hilfreich sein. Handelsüblicher Essigreiniger sollte bei Befall aus den Küchenbereichen verbannt werden, denn dieser zieht Fruchtfliegen erst recht an! Und da deren Eier wasserresistent sind, ist eine Bekämpfung sehr schwer möglich. Tipp vom Experten: bei Befall auch Stöpsel und Abtropfschalen heiß im Geschirrspüler durchwaschen, damit die Hitze die Eier zerstört.

Mit diesen und vielen weiteren Beispielen verabschiedete sich Herr Zugier bei uns Zuhörern mit einer Jagdwaffe, die er jedem einzelnen schenkte: einer Fliegenklatsche.

Danke Herr Zugier für die Tipps und diesen kurzweiligen Abend!

Cornelia Burkert

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