Politik im Wald verirrt… Wo ist eigentlich der Daller Weg?



Der Ausbau des Daller Weges in Hösseringen kommt wieder ins Gerede: eine große Koalition aus CDU und SPD im Kreistag will ihn ausbauen. Damit es dem Museumsdorf besser geht, heißt es, soll eine Kostenermittlung für den Ausbau des Daller Weges „vom Museumsdorf Hösseringen bis Unterlüß in wassergebundener Bauweise„ vorgenommen werden (AZ vom 17.8.13). Aber einen solchen Weg gibt es nicht.

Der Daller Weg führt von Hösseringen aus – das Museumsdorf berührt er nicht – in Verlängerung der Heerstraße schnurgerade in südwestlicher Richtung nach Dalle und kreuzt nach 5,8 km, etwa 3 km nordwestlich von Weyhausen, mitten im Wald, die Landesstraße L 280 von Sprakensehl nach Unterlüß.

Dallerweg

Na ja, dann ist der doch gemeint. – Doch halt!

„Der NABU ist gegen den Ausbau des Daller Weges, der von der Bundesstraße 191 zum Museumsdorf Hösseringen führt„ (AZ vom 29.8.13).
Und auch der Landrat sieht seinen Auftrag darin, einen „Ausbau des Daller Weges, der von der Bundesstraße 191 zum Museumsdorf Hösseringen führt„, zu prüfen (AZ vom 16.9.13).

Die Hösseringer wissen natürlich, daß es sich bei diesem Weg um den uralten Gemeinderverbindungsweg nach Hagen im Landkreis Gifhorn handelt. Dieser „Hagener Weg„ verläuft von Hösseringen direkt am Museumsdorf vorbei über 5 km fast ausschließlich auf Kreisgebiet, um dann 3 km nordöstlich von Weyhausen auf die B 191 zu treffen.

Also ist dieser Weg gemeint, liegt ja auch näher zum Museumsdorf?
Oder führt der Weg „vom Museumsdorf nach Unterlüß„ über den Verbindungsweg zwischen Hagener Weg und Daller Weg?

Dem NABU ist es wahrscheinlich egal, auf welchem Weg der Wolf überfahren werden könnte, aber zum Beispiel dem Kostenträger für die längere Ausbaustrecke wohl kaum.

Also, liebe Leute, klärt doch erstmal genau, was und wo Ihr ausbauen wollt, und erst dann geht es in die nächste Runde.

Götz Schimmack, Hösseringen

 

Siehe auch: Leserbrief zum Thema

Siehe auch: GRÜNE Suderburg zum Daller Weg

Print Friendly, PDF & Email

Hinterlasse einen Kommentar zum Beitrag

Götz Schimmack


Unabhängig, Mitglied im Gemeinderat Suderburg

Götz Schimmack schreibt regelmäßig Kolumnen für DIE ZEITUNG zum aktuellen politischen Geschehen.

Er wurde 2011 als Einzelbewerber in den Rat der Gemeinde Suderburg gewählt.
In seinem politischen Wirken setzt er sich für Transparenz und Bürgerbeteiligung ein.

Im Berufsleben war er Jurist bei der Bezirksregierung in Lüneburg. Heute ist er Pensionär.
Schimmack ist Jäger und aktiver Wald- und Naturschützer.

Schimmacks Beiträge:

Rats-Termine