Suderburg mit Beton, ohne Zukunft…

„Die Zukunft beginnt vor Ort“, so titelte die Tageszeitung ihren Bericht vom 5. Juni 2021 über die Gründung eines „Nachhaltigkeitsrat – Region Uelzen“.

Ziel des Rates: Stadt und Landkreis bei der Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen. Zu den 17 globalen Zielen der Weltgemeinschaft für nachhaltige Entwicklung gehören u.a. Maßnahmen zum Klimaschutz (Nr. 13), beispielsweise durch verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster.

Aber bei diesem hochgesteckten Programm für die Zukunft der Welt, aufgrund eines weltweit neuen Verständnisses und geänderter Entwicklungen, macht Suderburg nicht mit. Das wurde deutlich, als der Rat über eine neue Böschungssicherung am Badestrand des Hardausees beschließen musste. Die dort vorhandene Eichenholzspundwand ist abgängig.

Vorschlag der Verwaltung:

Ersatz der Eichenholzspundwand durch eine Winkelstützwand aus Beton mit Fußdrainage, 140 m lang (wie vorher), Kosten insgesamt 125.000 €.

Dagegen wurden prompt, unter Hinweis auf große Vorbehalte gegen den Einsatz von Beton, massive Bedenken laut: Dieses Material sei mit den Zielen des Klimaschutzes nicht vereinbar.

Ratsmitglied Götz Schimmack führte an:
a) Sehr hoher Einsatz von Energie sei bei der Herstellung von Zement als Bestandteil des Betons notwendig.
b) Große Mengen des Klimagases CO² werden bei der Produktion freigesetzt: Die Zementwerke erzeugen weltweit viermal mehr CO² als der gesamte internationale Flugverkehr! (Siehe YouTube, NDR DOKU „Das Graue Gold“).
Sein Gegenvorschlag: Findlingsschüttung („steinreiche Heide“) wie im Küstenschutz: Geringere Kosten, natürliches Material, landschaftsgerecht).

Die Abstimmung über das Projekt ergab: Neun Betonköpfe für Beton, davon alle fünf Stimmen der CDU unter der Regie von Udo Depner, zwei SPD und – man mag es kaum glauben – zwei Grüne.

Udo Depner: „Wir müssen das machen. Das ist sachlich und fachlich richtig“.

Dieser Beschluss zeigt, dass die Mehrheit im Gemeinderat die Wende zum Klimaschutz in ihren Köpfen noch nicht vollzogen hat – voran die CDU.

Beschlossen wurde zu dem Projekt auch:

Es soll ein Förderantrag (86.000 €) beim Regionalmanagement der Heideregion UELZEN nach dem Programm LEADER gestellt werden.

Inzwischen hat das Projektauswahlgremium „Lokale Aktionsgruppe“ (LAG) getagt. Es soll Diskussionen zum Thema Beton gegeben haben, das Projekt wurde dennoch befürwortet.

Fazit: Europäisches Geld für klimaschädliches Material.

Es gibt noch viel Überzeugungsarbeit für den eingangs genannten neuen Nachhaltigkeitsrat.

Götz Schimmack
Ratsherr im Gemeinderat Suderburg

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2 Kommentare

  1. Gode von Korff Antworten

    Die Herren im Rat sind scheinbar unbelehrbar! Beton am Hardausee – unfassbar! Von den Kosten ganz zu schweigen! Der Vorschlag von Herrn Schimmack wäre eine sehr gute Lösung gewesen, denn der Klimaschutz geht uns alle etwas an!

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