Mono-Label Stores



Wirtschaft: Forschung aktuell

Ein Geschäft, das auf seiner Verkaufsfläche nur eine Marke präsentiert wird als Mono-Label Store bezeichnet. Bekannte Beispiele sind H&M sowie Zara aus dem Bereich modischer Textilien. Hier sieht man nur Produkte einer Marke.

Genau dieses Konzept verfolgen nun auch Marken, deren Produkte bis vor Kurzem nur im klassischen Einzelhandel unter einer Vielzahl gleicher oder ähnlicher Produkte verschiedener Marken angeboten wurden. Ritter-Sport, Lindt, Lego, Nivea, Red Bull betreiben eigene Stores und treten dem Endverbraucher somit als Handelsmarke mit eigenkontrollierter Verkaufsfläche gegenüber. Auch Apple, Microsoft und Pirelli setzen auf Mono-Label Shops.

Der Vorteil liegt in der engen Bindung an die Käufer und Verwender. Die Marke ist näher dran am Kunden, lernt Wünsche und Gewohnheiten besser kennen und reagiert schneller mit genau dem Angebot, das die Kunden wollen. Zudem bieten diese Stores ein Einkaufserlebnis, sind Treffpunkt, oftmals mit Gastronomie, Kommunikationsplattform, Orte emotionalen Wohlbefindens.

Im Adidas Store sendet der „social mirror“, ein Spiegel in der Umkleide, das Bild mit der anprobierten Adidas-Bekleidung direkt an alle Facebook-Freunde, die daraufhin sofort dem Kauf zu- bzw. abraten können. Auch wenn man ganz allein einkaufen geht, sind die „Friends“ dabei.

Was Dr. Oetker unseren Großmüttern mit der „Geling-Garantie“ versprach und verkaufte, funktioniert heute im „Kochhaus“, einem besonderen Nahrungsmittelgeschäft: Das „begehbare Kochbuch“ widmet sich dem Selber-Kochen und sortiert die Lebensmittel nach Rezepten und nicht nach Warengruppen. Kochhaus ist streng genommen kein Einmarkengeschäft, aber eine erfolgreiche Neuentwicklung die beweist, wie Lebensmittel attraktiv und mit überzeugendem Verbraucher-Nutzen verkauft werden können.

Neue Ideen lassen nicht auf sich warten: Weber-Grill soll in Kürze einen eigenen Shop eröffnen. Wir sind gespannt.

Die Handelslandschaft bleibt also bunt und interessant. Pessimismus, dass das Internet mit seinen Online-Bestellmöglichkeiten den stationären Handel verdrängt, scheint unangebracht.

Termin vormerken: 15.05.13: „Stadt ohne Handel – Handel ohne Stadt“, Teil 3 der öffentlichen Vortragsreihe: „Zukunftsperspektiven von innerstädtischem Einzelhandel“, Ostfalia Hochschule, Campus Suderburg

Die Kolumne von Prof. Dr. Arnd Jenne, zuständig für Handelsmanagement an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Suderburg berichtet über aktuelle Projekte aus Handel und Logistik. Heute schreibt Dipl.-Kfm. Hartmut Sroka.

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