Wirtschaft: Forschung aktuell – Vertrauen



„Vertrauen ist der Anfang von allem“, „Das Vertrauen in die Märkte muss zurückgewonnen werden“ oder „Unsere Kunden vertrauen uns seit vielen Jahren“, so oder so ähnlich ist es fast jeden Tag in der Zeitung zu lesen oder in den Nachrichten zu hören. Vertrauen, so scheint es, ist ein wichtiger Schmierstoff für Politik, Gesellschaft und insbesondere die Wirtschaft. Vertrauen, so eine gängige Definition, ist die Überzeugung von der Richtigkeit, Wahrheit und Redlichkeit von Personen und deren Handlungen und damit aber auch ein rares und sich schnell verflüchtigendes Gut. Die Finanzkrise hat gezeigt, wohin fehlendes Vertrauen, in diesem Fall zwischen den Banken, führen kann. Daran ändern auch noch so viele Regelungen, Konjunkturprogramme oder politische Apelle nichts. Vertrauen ist nicht zu erzwingen.

Umso wichtiger erscheint es daher, dass diejenigen, die das Vertrauen anderer missbrauchen, sei es nun justiziabel oder nicht, sanktioniert werden, persönlich die Verantwortung und damit auch negativen Folgewirkungen ihres Handelns tragen müssen. Die im Verlauf der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise klar zu Trage tretende Privatisierung von Gewinnen und die Sozialisierung von Kosten und Risiken widerspricht einem solchen Ansatz. Aber solange Banken und Unternehmen und damit schlussendlich die Menschen, die dahinter stehen, ihren (persönlichen) Nutzen maximieren können ohne dafür das Risiko tragen zu müssen, solange kann sich Vertrauen kaum bilden. Und nicht nur das. Jeder höhere (mögliche) Gewinn wird in einer Marktwirtschaft mit einem höheren Risiko erkauft. Die Angst des Verlustes ist also der Preis für eine (mögliche) höhere Rendite. Wenn dieser Grundsatz aber weiterhin nicht oder nur unzureichend greift, sind wir als kritische Konsumenten aufgefordert, genau hinzuschauen, wem wir unser Vertrauen schenken.

Termin vormerken: 19.03.2014, 18:15 Uhr: Beginn der öffentlichen Vortragsreihe: „Wohlstand ohne Wachstum?!“, Ostfalia Hochschule, Hörsaal H1 in Luther’s Carpe Diem, In den Twieten, Suderburg

Die Kolumne von Prof. Dr. Arnd Jenne, zuständig für Handelsmanagement an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Suderburg berichtet über aktuelle Projekte aus Handel und Logistik. Heute schreibt Herr Prof. Dr. Arnd Jenne.

 

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