Wirtschaft: Forschung aktuell – Kalte Steuerprogression

Der Einkommenssteuersatz steigt mit der Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen; mehr Lohn und Gehalt bedeuten in Deutschland höhere Steuerlast. Die ersten 8.354 Euro p.a. sind steuerfrei, darüber steigt der Grenzsteuersatz an:
aktuell von 14% auf 42%.
Jeder weitere Euro des zu versteuernden Einkommens wird in dieser Spanne höher belastet, als der vorhergehende Euro.

Lohn- und Gehaltssteigerungen führen dementsprechend zu mehr Steuerlast. Liegt die Einkommenssteigerung etwa auf dem Niveau der Inflationsrate, kann die höhere Steuer dazu führen, dass das verfügbare Netto-Einkommen nicht mehr ausreicht, um dieselben Waren und Dienstleistungen zu bezahlen, wie vor der Preis- und Gehaltssteigerung. Trotz höheren Verdienstes kann man sich nicht mehr leisten: Die Steuer frisst die Einkommenssteigerung auf. Dieser Effekt wird „kalte Steuerprogression“ genannt. Inflation ist der Brennstoff, der die kalte Steuerprogression anheizt.

Die Staatskasse aber freut sich über höhere Steuereinnahmen aus der Umsatzsteuer (nach Preissteigerungen) und der Einkommenssteuer (nach Lohn- und Gehaltserhöhungen).

Ein höherer Grundfreibetrag und eine Anpassung des Grenzsteuersatzes auf dem Niveau der Inflationsrate könnten der kalten Steuerprogression entgegenwirken.
Ablehner dieser Veränderungen warnen aber vor zunehmender Inflation durch mehr verfügbares Einkommen. Befürworter hingegen fordern diese Anpassungen mit dem Hinweis auf die gesetzlich legitimierte Verbindung von Steuerprogression und Leistungsfähigkeit: Mehr Leistung muss sich auszahlen.

Die Erfahrung zeigt, dass die Politik auf Zeit spielt.

Zunehmender Handlungsdruck führt dazu, dass Grundfreibetrag und Grenzsteuersatz angepasst werden. Gewiss auch diesmal.

Termin vormerken:

21.05.2014, 18:15 Uhr:
„Arm, sexy und teuer – Stadtentwicklung am Beispiel Berlins“, öffentlicher Vortrag von Herrn Dr. Christian Krajewski in der Ostfalia Hochschule, Hörsaal H1 in Luthers Carpe Diem, In den Twieten, Suderburg

Die Kolumne von Prof. Dr. Arnd Jenne, zuständig für Handelsmanagement an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Suderburg berichtet über aktuelle Projekte aus Handel und Logistik.
Heute schreibt Dipl.-Kaufmann Hartmut Sroka.

Print Friendly, PDF & Email

Ein Kommentar

  1. Blenkower Antworten

    Und die Belastung der Bürger wird nach der zuletzt beschlossenen Rentenregelung zukünftig weiter zunehmen und somit dazu führen, dass ein weiterer negativer Faktor verhindert, dass sich Leistung auch wirklich lohnt bzw. im verfügbaren Einkommen wiederspiegelt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.