„Tage der Alphabetisierung“: Zwei Ausstellungen im Kreishaus eröffnet



„Die Zahl der Betroffenen ist ohnehin schon erschreckend hoch, und sie steigt weiter – deshalb ist es wichtig, das Thema Analphabetismus entsprechend seiner gesamtgesellschaftlichen Bedeutung endlich verstärkt in die Öffentlichkeit zu tragen“, so Almke Matzker-Steiner, Leiterin der Kreisvolkshochschule Uelzen/Lüchow-Dannenberg während der Eröffnung zweier Ausstellungen, die sich diesem Thema widmen. Verdecktes beim Schopfe zu fassen und in das öffentliche Bewusstsein zu rücken, genau darum gehe es bei den beiden Ausstellungen, die in der vergangenen Woche im Uelzener Kreishaus offiziell eröffnet wurden und die noch bis zum 20. September 2013 dort zu sehen sind.

Neben Politikern und Verwaltungsmitarbeitern waren auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger der Einladung gefolgt, beim Auftakt der ersten „Uelzener Tage der Alphabetisierung“ dabei zu sein. Ganz zur Freude von Landrat Dr. Heiko Blume, der die Ausstellungseröffnung seinerseits zum Anlass nahm, der KVHS nochmals zur Teilnahme an einem entsprechenden bundesweiten Modellprojekt zu gratulieren. Die hiesige Kreisvolkshochschule ist eine von bundesweit nur drei solcher Bildungseinrichtungen, die sich im Rahmen eines Modellversuchs stellvertretend für ländliche Regionen verstärkt dem Thema Grundbildung widmen. Gemeinsam mit der Uelzener Kreisverwaltung wurde sie in das Programm „Alpha Kommunal“ aufgenommen, mit dem Verwaltungsmitarbeiter, die im Bürgerkontakt stehen, für die Problematik sensibilisiert werden sollen. Auch dazu sollen die Ausstellungen ein erster Schritt sein, wie Matzker-Steiner betonte.

Nach der offiziellen Eröffnung führte Anja Ostermann, Grundbildungsbeauftragte der KVHS, die Besucher durch die beiden Ausstellungen. Auf mehr als 20 Plakaten wird dort dargestellt, wie in verschiedenen Ländern auf Lese- und Rechtschreibschwächen in der Bevölkerung aufmerksam gemacht wird. Nicht zuletzt kommen auch Betroffene zu Wort, die sich auf den Weg gemacht haben, Versäumtes nachzuholen und Lesen und Schreiben zu lernen.

„Sie erfahren hier unter anderem etwas über die Ursachen von Analphabetismus im Land der Dichter und Denker“, so Anja Ostermann. Außerdem räume die Ausstellung auch mit dem Klischee auf, vorrangig Migranten oder Menschen mit ausländischen Wurzeln seien von dem Problem betroffen. Dabei richte sich die Ausstellung sowohl an Betroffene als auch an Nichtbetroffene – getreu dem Motto: „Nicht länger weglaufen, nicht länger wegschauen!“ Das Motto schließe beide Seiten ein und nehme damit auch beide Seiten in die Verantwortung. „Was wir hier im Landkreis Uelzen im Rahmen des Modellprojektes tun und hoffentlich dann auch erreichen, wird anderenorts durchaus mit großem Interesse verfolgt“, ließ Anja Ostermann die Anwesenden wissen.

Viele der Besucherinnen und Besucher nutzten anschließend die Gelegenheit, in lockerer Atmosphäre über das Thema ins Gespräch zu kommen.

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