Suderburg wacht auf… (Aktualisiert!)



„Weil die Suderburger schlecht informiert sind„ fand gestern am 22.9.2014 eine private Informationsveranstaltung zur Y-Trasse in „Guschis Eck„ in Suderburg statt. So jedenfalls drückte es Michael Gaede-Kelle bei seiner Begrüßung aus. Er hat mit seiner Ehefrau Doris bisher mehrere Infoveranstaltungen besucht – und erst so nach und nach sind den beiden die Auswirkungen für Suderburg bewußt geworden. Dabei ist es egal, ob es nun eine Alternativtrasse geben, oder die Bestandsstrecke ausgebaut wird: „Suderburg hat die ‚Arschkarte‚„…

Graulingen1So ähnlich hatten es auch Eckhard Foth und Eberhard Lindloff am 12. September in Hamerstorf ausgedrückt. Beide stellten gestern noch einmal ihre Argumente vor.

Es war rappelvoll im „Guschis Eck„, ca. 50 Interessierte nahmen das Angebot dankend an. Die Organisatoren hatten jede Menge Karten, Texte und Zeichnungen der bisherigen Planungen mitgebracht, die ausgedruckt und auf Pappen montiert eine gute Übersicht brachten. „Alle Dokumente finden sich auch im Internet, aber es ist sehr mühselig, sich daraus einen Überblick zu verschaffen. Wer liest schon 150 Seiten mit vielen unverständlichen Fachbegriffen und Erklärungen?…„, so Doris Kelle. Sie hätte es gemacht und wäre daran schier verzweifelt.

Auch Eckhard Foth hat sie gelesen und dabei einige Details zutage gebracht, die vielen nicht bewußt sind. Dazu gehört z.B. eine sogenannte „Überwerfung„, wenn es zum Bau der Neubaustrecke kommt.

Boe_Su_Ueberwerfung

Klingt erstmal nicht so schlimm, bedeutet aber, dass ein Gleis der Bestandsstrecke (blau) ab Hamerstorf ansteigen und dann auf einem „Dammbauwerk„ parallel zur Strecke weitergeführt wird. Nur so kann dieses Gleis (gelb) die Neubaustrecke (rot) aus Richtung Böddenstedt per Brücke überqueren. Diese soll sich in einer weiten Kurve „geländegleich„ auf der bisherigen Strecke einfädeln. Das ist notwendig, weil hier die Züge mit 250 km/h ankommen und ungebremst durchfahren sollen. Das da aber noch mehr geht, steht auch schon fest: die Strecke wird von vornherein für 300 km/h ausgelegt…

Aber auch der viergleisige Ausbau im Bereich des Suderburger Bahnhof wird Probleme machen. Dabei soll „versucht„ werden, dass denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude zu erhalten. Sichergestellt ist das nicht. Andere Gebäude können ebenfalls betroffen sein – fest steht das ebenfalls noch nicht.

BahnhofSu

Sicher ist: Aus zwei Weichen im Bahnhofsbereich werden acht, Akustik und Lautstärke steigt entsprechend.

Weitere Belastungen in der Bauzeit: Umfangreiche Erdarbeiten für den Dammbau (ggf.), Straßenabriss und -neubau, Bau neuer Schallschutzeinrichtungen, Umbau des Stellwerkes auf dem kompletten Gelände, Tunnelbauten zum Mittelbahnsteig, Störungen des Bahnverkehrs über die gesamten, sehr lange Bauzeit. Gebaut wird beim Bestandsstreckenausbau in der Hauptsache nachts „unterm rollenden Rad„ – an die akustischen Warnsignale während der Schallschutz-Bauzeit kann sich ganz Suderburg sicher noch lebhaft erinnern…

Nach Abschluß der Bauarbeiten: Deutliche Erhöhung des Verkehrs, Erhöhung der Anzahl der ausweichenden Züge (Quitschende Bremsen/Anfahrende Züge/Weichengeräusche), doppelt soviele Elektroleitungen (Elektrosmog), Schnellfahrten nehmen deutlich zu.

Langsam dämmert es den Graulingern, Suderburgern, Hamerstorfern und Räberanern, dass ihnen der geballte Widerstand der Anwohner an den Alternativtrassen gravierende Nachteile bringen wird.
Verstärkt wird das durch vier gleichlautende Resolutionen der Suderburger Gemeinden/Samtgemeinde für den Ausbau der Bestandsstrecken, sowie ähnlichen der Stadt Uelzen, des Landkreises und anderer Gemeinden.

Selbst wenn die von der Bahn favorisierte Alternativtrasse Ashausen-Suderburg verhindert werden kann, bleibt für Suderburg ein Pferdefuß: der Ausbau der Bestandsstrecke…

Aus diesem Grund forderten Eberhard Lindloff und andere Teilnehmer der Veranstaltung die Gemeinde Suderburg auf, ihre Resolution zu überdenken: „Das muß in einer Demokratie möglich sein! Und es kann nicht sein, dass die Gemeinde gegen die Interessen ihrer Bürger handelt…„

Für diese Forderung ernteten sie betretene Gesichter bei einigen der anwesenden Politikern. Vielleicht dämmerte denen gerade, dass ihre Resolution in dieser Form und Eile vielleicht doch ein Fehler war…

Graulingen2

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1 Kommentar


volker leskien
09/27/14

Gleichgültigkeit Was kümmert den Bürger auf seinem Wege zum Reichtum der Mitbürger auf seinem Wege der Armut? Nichts. Aber sofort erinnert er sich dieses Mitbürgers, wenn seine Ruhe und sein Besitz bedroht werden. Dann ruft er ihn auf“ zum gemeinsamen Vorgehen gegen den gemeinsamen Feind“. Dann zieht er plötzlich den Bruder, den Blutsverwandten, den armen Verwandten aus seinem Dunkel hervor. Und seine plötzliche Begeisterung wirkt ansteckend-mein Gott, gewiß,zwar,freilich,allerdings,indessen,gleichwohl-kurz,man ist kein Unmensch. Vergessen wir das Vergangene! Auf in den fröhlichen Krieg! Schulter an Schulter! Ein Volk, Ein Herz, Ein Schwert… Volker Leskien

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