Schweden informieren sich beim „pro aktiv center“



Zu einem fachlichen Austausch haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des „pro aktiv centers“ des Landkreises Uelzen Ende Februar eine Delegation aus Schweden in der Uhlenköperstadt begrüßt. Die Mitglieder der knapp zehnköpfigen Gruppe gehören verschiedenen schwedischen Jugendhilfeeinrichtungen an. Ebenso wie ihre Uelzener Kolleginnen und Kollegen arbeiten alle in ländlich strukturierten Regionen ihres Heimatlandes und haben damit oftmals mit ähnlichen Rahmenbedingungen zu tun wie das fünfköpfige Team des „pro aktiv centers“.

Seit 13 Jahren hilft das „pro aktiv center“, das sich in der Trägerschaft des Landkreises Uelzen befindet und vom Verein Jugendhilfe e.V. umgesetzt wird, jungen Menschen, ihren Weg ins Leben zu finden. Das Team unterstützt zum Beispiel Jugendliche, die schulische Sorgen und Probleme haben oder die bisher erfolglos einen Ausbildungsplatz gesucht beziehungsweise ihre Ausbildung abgebrochen haben. Auch wegen Drogenproblemen oder Schulden suchen viele der Jugendlichen dort immer wieder Hilfe. Jährlich beraten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei rund 130 junge Menschen.

Der jetzt in Uelzen stattgefundene Erfahrungsaustausch fand im Rahmen eines deutsch-schwedischen Bildungsforums statt – organisiert durch Professor Dr. Dirk Plickat von der Fachhochschule Ostfalia sowie das Paritätische Jugendwerk. Bei dem Forum gehe es darum, sich auszutauschen und bestenfalls voneinander zu lernen, so Plickat während des Treffens. So solle den schwedischen Gästen unter anderem erläutert werden, welch vielfältige Möglichkeiten der Jugendhilfe es in Deutschland gebe.

Matthias Wibbe vom „pro aktiv center“ stellte dessen Aufgaben und Strukturen vor. Ziel sei es, durch eine gelungene berufliche Integration der Jugendlichen eine soziale Integration zu schaffen. Die Jugendlichen seien vor allem durch verschiedene Probleme wie Drogen, Wohnungslosigkeit oder Schulden sozial benachteiligt. Mit einer individuellen, praktischen „Hilfe zur Selbsthilfe“ werde zusammen mit den jungen Menschen eine Strategie entwickelt. Allerdings, so Wibbe, sei das ,pro aktiv center’ keine klassische Beratungsstelle. „Wir sagen den Jugendlichen nicht, was sie machen sollen. Wir entwickeln gemeinsam einen Plan. Dazu gehört auch, dass sie kleine Aufgaben wie einen Anruf beim Amt selbst übernehmen.“

Die schwedischen Kollegen waren insbesondere an der praktischen Hilfe des „pro aktiv centers“ interessiert – zum Beispiel an der individuellen Beratung in Einzelgesprächen, der praktischen Lebenshilfe durch Begleitung zu Ämtern, der Unterstützung bei der Wohnungssuche oder der Hilfe bei Anträgen.

Auch die beiden Gruppenangebote des „pro aktiv centers“, das Ideenfrühstück und das Schrebergarten-Projekt, stießen bei den Gästen auf Interesse. „Beim Ideenfrühstück entwickeln wir neue persönliche und berufliche Perspektiven“, so Wibbe. Beim Schrebergarten-Projekt gehe es um Verantwortung und eine gesündere Lebensweise, denn die Jugendlichen würden das Gemüse selbst anbauen.

Jugendliche, die das Angebot des „pro aktiv centers“ kennenlernen möchten, erhalten weitere Informationen unter der Rufnummer 0581/3890143.

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