Sachzeugnisse aus der Region gesucht

Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm und Adele Brazionyte beim Ausstellungsaufbau mit dem Bildnis von Heinrich Gehrmann aus Suderburg.

Im Archiv des Museums sind seine Konfirmationsbriefe, Unterlagen über seine Ausbildung bei der Sparkasse und sein Briefwechsel mit den Eltern von der Front aus erhalten. Bis hin zur Todesnachricht.

Ausstellung 1. Weltkrieg: Museumsdorf bittet um Mithilfe

Museum1Wk3Im Frühjahr wird im Museumsdorf Hösseringen eine neue Sonderausstellung eröffnet: Unter dem Titel „Landarbeit ist vaterländischer Hilfsdienst“ soll der ländliche Alltag im Ersten Weltkrieg in der Lüneburger Heide vorgestellt werden. Die Arbeiten dazu laufen derzeit auf Hochtouren, doch noch fehlt es dem Museumsteam an Zeitzeugnissen aus der Region. „Obwohl sich der Krieg aufgrund der umfassenden Einbeziehung fast aller Lebensbereiche auch auf dem platten Land stark bemerkbar machte, sind Arbeiten über das private und öffentliche Leben in ländlichen Regionen während der Ausnahmesituation des Krieges selten. Auch für die Lüneburger Heide fehlt eine Untersuchung der Frage, wie der Krieg in den Alltag der Menschen eingriff und ihn veränderte“, fasst Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm den Ansatz der Ausstellungskonzeption zusammen. Am Beispiel der Lüneburger Heide soll gezeigt werden, welche politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und mentalen Auswirkungen der Krieg auf eine ländlich geprägte Region und die dort lebenden Menschen hatte.

Museum1Wk2Insbesondere die Erfahrung des „totalen Krieges“, von dessen Konsequenzen auch die an der „Heimatfront“ arbeitende Landwirtschaft betroffen war, möchten die Museumsleute erforschen. Dazu suchen sie nach Kriegszeugnissen, wie beispielsweise Feldpostbriefen, persönlichen Erinnerungen und Berichten sowie Fotos von Soldaten, Uniformteilen, Abzeichen, Orden und Ehrenzeichen und Waffen, aber auch „Liebesgaben“ für Soldaten wie etwa Weihnachtsgrüße. Auch Zeugnisse von Kriegspropaganda (Plakate, Postkarten, Gegenstände) sowie Fotos und persönliche Dinge von ausländischen Kriegsgefangenen, die auf den Bauernhöfen oder in Industriebetrieben gearbeitet haben, werden gesucht, ebenso Rezepte und Kochbücher, Lebensmittelmarken sowie selbst gefertigte „Erinnerungsstücke“ aus Munitionshülsen, Führungsringen von Granaten und anderen Kriegsmaterialien. Darüber hinaus soll das Vereinswesen der Zeit anhand von Fotos, Fahnen und schriftlichen Quellen thematisiert werden, in diesem Zusammenhang insbesondere die „Rolle der Frau während des Ersten Weltkrieges“.

Wer helfen möchte, sollte sich unter 05826 / 1774 im Museumsdorf Hösseringen oder abends bei Herrn Günther Reimers unter 05851 / 1850 melden.

Museum1Wk4Adele Brazionyte stammt aus Litauen und absolviert derzeit ein Jahr Bundesfreiwilligendienst im Museumsdorf.

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