Rinderkadaver vor dem Haus der Uelzener Wolfsberaterin abgeladen

Am Dienstag (16.3.) haben ein Landwirt und weitere Männer einen Rinderkadaver vor dem Haus der Uelzener Wolfsberaterin abgeladen und diese bedroht. Der grüne Kreisvorsitzende Heiner Scholing, der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag Uelzen Markus Jordan sowie die grünen Landtagsabgeordneten Miriam Staudte und Christian Meyer verurteilen den Angriff scharf.

„Dieser Übergriff auf eine ehrenamtlich tätige Wolfsberaterin ist inakzeptabel. Der Umgang mit dem Wolf ist eine enorme Herausforderung. Dabei darf der gegenseitige Respekt vor allen Beteiligten zu keinem Moment verloren gehen,“ sagt Heiner Scholing und fordert eine Stellungnahme von Umweltminister Olaf Lies zu dem Vorfall.

Markus Jordan, Fraktionsvorsitzender der grünen Kreistagfraktion ergänzt: „Wir haben es hier mit einer Form von Gewalt zu tun. Wenn aktuelle Betroffenheit in Gewalt ausartet, verlieren wir ein demokratisches Miteinander. Unser menschliches Miteinander ist aber unsere größte Stärke.“

Miriam Staudte sieht eine Mitverantwortung des Umweltministers für die Eskalationen in der Wolfsdebatte: „Die Wolfsberater bekommen immer öfter den Frust über das mangelhafte Wolfsmanagement des Landes zu spüren. Umweltminister Lies heizt die Konflikte weiter an, anstatt tragbare Lösungen für ein Nebeneinander von Weidehaltung und Wolf zu finden. Wo es zu Wolfsübergriffen kommt, muss das Land die Betroffenen gezielt unterstützen. Ein Herdenschutzteam muss als schnelle Einsatztruppe dabei helfen, Lücken im Herdenschutz zu schließen. Wölfe müssen lernen, dass Weidtiere als Beute nicht zur Verfügung stehen.“

Die Grünen fordern eine Rückkehr zu einem transparenten und sachorientierten Wolfsmanagement. Christian Meyer erläutert: „Die Weidetierhaltung brauchen eine Perspektive. Geheime Abschusslisten und zufällige Wolfstötungen sind keine Lösung sondern schaffen durch zerstörte Rudelstrukturen nur neue Probleme. Umweltminister Lies muss für Dialog zwischen Naturschutz und Landwirtschaft sorgen. Die angekündigte Weideprämie ist ein überfällig Schritt, der auch auf Rinder ausgeweitet werden muss.“

Presseberichten zufolge sind derzeit landesweit fünf Wölfe zum Abschuss freigegeben. Die Abschussgenehmigung hält das Land jedoch geheim. Die Abschussgenehmigungen für Wolfsrüden in den Regionen Herzlake und Uelzen haben bislang zu zwei Fehlabschüssen geführt. In beiden Fällen wurden statt der Rüden je eine Wölfin erschossen.

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