Projektstudium zum Nutzen der Gemeinde Suderburg



Suderburg ist ein Hochschulstandort. Das zeigt sich zunehmend nicht nur an den vielen jungen Menschen, die zu Semesterzeiten im Ort zu sehen sind, sondern auch anhand der Projekte, die von der Hochschule und den Studierenden ausgehen. So hat sich aus einer Initiative von Studierenden zuletzt der Suderburger Verein für Kultur und Soziales gegründet, im letzten Jahr gab es bereits eine Forschungsarbeit zur Kaufkraft, die von den Studierenden in Suderburg erzeugt wird und nun kommt das erste Projektstudium der Gemeinde direkt zu Gute.

Daniel Kretzer und Philip Gieleßen, Studierende des 6. Fachsemesters der Sozialen Arbeit an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften wenden sich in einem 12-wöchigen Forschungsprojekt, der Abschlussarbeit ihres Studiums, einer Einrichtung der Gemeinde Suderburg zu – dem Jugendzentrum.

Das Kinder- und Jugendzentrum Suderburg ist nach §§ 11 – 15 KJHG (Kinder- und Jugendhilfegesetz) eine Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Der Arbeitsschwerpunkt dieser Einrichtung liegt in der Prävention, der Beratung und Bildung von Kinder- und Jugendlichen, wobei im Zentrum die Förderung von Kinder- und Jugendlichen zu selbstbestimmten Individuen steht.

Dieser gesetzliche Auftrag wird durch finanzielle und strukturelle Rahmenbedingungen und durch die, in den Einrichtungen beschäftigten Fachkräfte unterschiedlich wahrgenommen. Das „JUZ“ in Suderburg hat bereits verschiedenste Zeiten durchlebt. Auch wenn es nicht immer leicht war für die Betreuer der Einrichtung, an Nachfrage hat es bisher nie gemangelt.

Seit Anfang 2012 wird die Arbeit im JuZ von drei Studierenden der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachbereich Soziale Arbeit geleistet. Als Nebenjob – um beispielsweise ihre Studiengebühren zahlen zu können – betreuen die Studenten/ -innen Angebote zur Freizeitbeschäftigung. Jan Vander und Nina Jäger haben diesen Job vor kurzer Zeit an David Korting und Julia Zimmer weitergegeben. Nach einer dritten Kraft wird derzeit noch händeringend gesucht.

Die fachliche Betreuung der Studierenden liegt beim Landkreis, auf Grundlage eines Vertrages ist die Gemeinde allerdings mit der Ausgestaltung der Einrichtung beauftragt. Die Handlungsspielräume für das Jugendzentrum sind nicht groß, Zukunftsperspektiven – Mangelware.

Diesem Problem wollen sich die Studierenden Daniel Kretzer und Philip Gieleßen mit ihrer Forschungsarbeit stellen. Sie möchten in einer Einrichtungsanalyse das Jugendzentrum und alle mit der Einrichtung in Zusammenhang stehenden Fakten genau unter die Lupe nehmen. Angebote, Arbeitsweisen und Personalstruktur sollen dabei ebenso kritisch beleuchtet werden, wie verwendete Ressourcen, genutzte und ungenutzte Finanzierungsmöglichkeiten, Öffentlichkeitsarbeit und die Außenwirkung. Die Ergebnisse dieser Analyse sollen im zweiten Schritt mit den Konzepten anderer Jugendzentren verglichen werden. Mittels qualitativer und quantitativer Interviews wollen die beiden Studenten zusätzlich den Bedarf an Angeboten der offenen Kinder- und Jugendarbeit für die Gemeinde Suderburg ermitteln. Das Ziel der Beiden ist zum Abschluss ihres Projektstudiums eine Empfehlung an die Gemeinde abgeben zu können, wo Entwicklungspotenziale liegen und wie diese genutzt werden könnten.

Die Ergebnisse und die Realisierbarkeit des Vorhabens, „hängen insbesondere auch von den Meinungen und Wünschen der Kinder und Jugendlichen ab, aber auch von den Beteiligten aus der Gemeinde“ so Daniel Kretzer. Nicht nur deshalb möchten er und Philip Gieleßen möglichst viele Beteiligte zu Zwischenpräsentationen an einen Tisch laden. Kretzer weiter: „So sind Politik und Verwaltung nicht nur auf dem Laufenden, was den Fortschritt unser Projekt betrifft, sondern haben die Möglichkeit neben der alltäglichen Arbeit miteinander ins Gespräch zu kommen, über eine wichtige Einrichtung wie das Kinder- und Jugendzentrum Suderburg.“

Eine professionelle Analyse der aktuellen Gegebenheiten und möglichen Zukunftschancen kann den Grundstein legen für nachhaltige Veränderung und vielleicht Handlungsspielraum für größere und umfangreichere Angebote im JuZ ermöglichen, die den Kindern und Jugendlichen der Gemeinde Suderburg zu Gute kommen.

 

 

Print Friendly, PDF & Email

Hinterlasse einen Kommentar zum Beitrag