Per Tandem durch’s Suderburger Land



Von Christine Kohnke und Henning Röber

„Diese Aktion macht die Vielfalt der Metropolregion erlebbar und stärkt den Zusammenhalt. Sie gibt dieser Region ein Gesicht.„ Landrat Dr. Heiko Blume brachte es auf den Punkt. Am Donnerstag, dem 16. August nahm er aus den Händen seines Amtskollegen im Nachbarlandkreis Heidekreis, Manfred Ostermann, den Staffelstab – sprich die Luftpumpe – des Tandems der Metropolregion Hamburg entgegen. Und natürlich mussten die beiden Landräte eine Runde durch die blühende Ellerndorfer Wacholderheide drehen.

Anschließend ging das rot-grüne Gefährt eine Woche lang im Landkreis Uelzen auf Tour, begleitet von vielen Rad- und Heimatfreunden aus der Region. An dieser Stelle sollen die wichtigsten Stationen vorgestellt werden.

Tag 1 – 16. August

Ellerndorfer Wacholderheide: Übergabe des Tandems an Landrat Dr. Heiko Blume, Bürgermeister Dirk-Walter Amtsfeld, Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Schulz, Ilse Holst, Vertreterin des Vereins zur Erhaltung der Ellerndorfer Wacholderheide, Wacholderkönigin Manuela Arndt und Sarah Schulz, Vorsitzende des Tourismusvereins Suderburger Land.

Der Landrat des Heidekreises, Manfred Ostermann, berichtete von den vielfältigen Aktionen im Heidekreis. Dem standen die Planungen der Uelzener Touristiker natürlich in nichts nach und so ging es nach einer gemütlichen Kaffeepause am Schafstall auch gleich los. Die erste Tour war Sache von Henning Röber, Mitarbeiter der Samtgemeinde Suderburg, und Dirk-Walter Amtsfeld, der es sich als Bürgermeister natürlich nicht nehmen ließ, Station an der schönen Eimker Kirche zu machen. Dann ging es weiter in Richtung Gerdau, wo die beiden Radler bereits an der Kirche erwartet wurden.

Otto Schröder, Bürgermeister der Gemeinde Gerdau, und die Vorsitzende des Tourismusvereins Suderburger Land, Sarah Schulz, hatten die zweite Runde zu meistern. Auch sie machten ihre Sache gut und erreichten, begleitet von den „Bohlsener e-bikern„ Bohlsen in Rekordzeit – trotz kleiner Fotopause zwischendurch. Die musste allerdings sein, weil es an der Stegenbrücke, die über die Gerdau führt, einfach zu schön ist, um ohne Rast weiterzufahren. Schließlich erreichten die Radler und ihre Begleiter das Golddorf, wo sie am historischen Speicher in Empfang genommen wurden. Wie gut, dass die Bohlsener hier eine alte Milchbank aufgebaut haben. Die kam den Radwanderern nun gut für eine kleine Pause mit Stärkung zupass, für die Sarah Schulz leckeren Holunderbeersekt und -saft vorbereitet hatte. Dergestalt gestärkt trugen sich die Fahrer und VIP’s an Ort und Stelle ins Tandem-Logbuch ein.

Nun war es auch an der Zeit für einen kleinen Sicherheitscheck am Tandem. Der Sitz hatte sich gelockert. Gut, dass die Radwanderer dies hier in Bohlsen bemerkten, denn in Sachen Werkzeug war Fehlanzeige. Bürgermeister Otto Schröder schaffte jedoch schnell Abhilfe und stellte großzügig sein kürzlich gewonnenes Reparaturset zur Verfügung. Und so konnte es frisch gestärkt und mit festem Sattel weitergehen in Richtung Böddenstedt, wo dank der Initiative des stellvertretenden Bürgermeisters von Suderburg, Hans-Jürgen Drögemüller, die Dorfgemeinschaft bereits an Puck’s Gasthaus versammelt war. Hier gab es Säfte, leckere Süßspeisen und gute Gespräche. Otto Schröder und Sarah Schulz konnten den Staffelstab an Hans-Jürgen Drögemüller und Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Schulz weitergeben und ihre wohlverdiente Verschnaufpause genießen.

Begleitet von guten Wünschen und einer munteren Böddenstedter Fahrrad-Truppe brachen Hans-Jürgen Drögemüller und Friedhelm Schulz in Richtung Suderburg auf, wo als erstes bei Holz-Schäfer Kalle Station gemacht wurde. Dieser ertrug die Fotosession mit Fassung und entließ die bunte Truppe bei immer noch bestem Sonnenschein in Richtung Stopomat, wo sich die Radfahrer des VfL Suderburg und andere Interessierte bereits eingefunden hatten, um die neuen Starter anzufeuern oder auch auf eine Runde zu begleiten. Neu am Start hier waren die Niedersächsische Meisterin im Einzelradfahren, Stefanie Pauls, die das Tandem mit AZ-Chefredakteur Andreas Becker auf dem Sozius eine Runde über die 10 km lange Stopmatstrecke in gut 17 Min. steuerte. Die beiden Starter beendeten den ersten gelungenen Tandem-Tag im Suderburger Land.

Tag 2 – 17. August

Der Freitagmorgen begann mit einem Spitzenteam aus der Verwaltung: Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Schulz und Tourismus-Mitarbeiter Henning Röber ließen es sich nicht nehmen, eine zweite Runde auf dem Tandem zu drehen. Los ging es am Rathaus Suderburg, diesmal in Richtung Hösseringen. Hier wartete am Haus des Gastes bereits eine kleine Schar von Fahrradfreunden, um das Tandem ein Stückchen zu begleiten. Mit von der Partie war Suderburgs stellvertretende Bürgermeisterin Dagmar Hillmer, die sich nicht lange bitten ließ und gemeinsam mit Friedhelm Schulz zur Fahrt in Richtung Museumsdorf Hösseringen startete. Hier erfuhren das Tandem und seine Begleiter viel Interessantes zur Geschichte unserer Heimat und zur Museumsarbeit. Der stellvertretende Museumsleiter Günther Reimers wusste Allerhand zu berichten und gab darüber hinaus einen Überblick, welche Dinge im Museumsdorf in Zukunft geplant sind.

Nun lockte das Wasser und das Tandem-Team machte sich auf den Weg zum Hardausee, wo eine kleine Rast eingelegt wurde. Bei herrlichem Sonnenschein ließ es sich wunderbar am See aufhalten und es war auch schon eine Menge los. Viele Kinder buddelten am Strand und spielten an der Wasserspirale. Doch die Zeit macht auch an den schönsten Orten nicht halt und so hieß es bald wieder, in die Pedale zu treten. An der Suderburger Kirche konnten das Tandem und seine Begleiter über den über 1.000 Jahre alten Glockenturm staunen, der sicherlich schon vieles erlebt und gesehen hat. Er gehörte vermutlich zu einer früheren Burganlage des sächsischen Adelsgeschlechtes der Billunger und wurde dann nach der Christianisierung in die neu errichtete Kirche integriert. Um den Turm nicht zu beschädigen, wurde für die Glocken eine Holzkonstruktion hineingestellt, die aus der Zeit um 1360 stammt. In den folgenden Jahrhunderten erlebte der Turm die Reformation und im 18. Jahrhundert den Bau eines neuen Kirchenschiffes. Er überstand zwei Weltkriege und wird hoffentlich auch in den nächsten 1000 Jahren das Wahrzeichen Suderburgs sein.

Auf dem neuen Radweg ging es anschließend in Richtung Stadensen und weiter über Nettelkamp, entlang am Elbeseitenkanal nach Bad Bodenteich. Auch hier wartete die Geschichte: an der Burg warteten bereits der „Historicus Bodendikus“, „Robin Hood“ sowie Bürgermeister Edgar Stassar und Torsten Nowotny von der Kurverwaltung Bad Bodenteich, die die die Staffelpumpe von Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Schulz übernahmen.

So gingen 2 schöne Tage mit dem Tandem der Metropolregion Hamburg im Suderburger Land zu Ende. Das Tandem reist natürlich noch weiter, um noch viele interessante Dinge zu sehen und nette Menschen zu treffen.

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