NEIN zur Breimeier-Trasse



Positionspapier der Anrainerinitiative Dahlenburg zum VCD-Vorschlag einer Gütertransportstrecke durch die Region Lüneburg-Dannenberg
Dieser Trassenverlauf von den Häfen im Bremer Raum und in Hamburg über Buchholz, Lüneburg, Dahlenburg, Dannenberg, Dömitz nach Wittenberge war beim ersten Termin des Dialogforums-Schiene-Nord vom VCD als eine Alternative zur Y-Trasse eingebracht worden.

In einer Studie beziffert der VCD die Verkehrskapazität dieser Strecke mit etwa 220 bis zu 1500 m langen Güterzügen pro Richtung und Tag bei 100 bis 120 km/h, rund um die Uhr. Die Anrainerinitiative Dahlenburg lehnt diese Trasse aus folgenden Gründen ab:

> Mit dem vorgeschlagenen intensiven Güterzugverkehr würde eines der letzten halbwegs intakten zusammenhängenden Landschaftsgebiete mit dem größten Mischwaldgebiet Norddeutschlands(Göhrde) für immer zerschnitten. Von Lüneburg bis Dömitz wären Menschen und Tiere in und um etwa 30 Ortschaften Tag und Nacht dem Trassenverkehr ausgesetzt – so in Lüneburg. Wendisch Evern, Vastorf, Aljarn, Rohstorf, Bohndorf, Bavendorf, Dumstorf, Lemgrabe, Seedorf, Ahndorf, Neetzendorf, Oldendorf, Eichdorf, Pommoissel Tangsehl, Leitstade, Harlingen, Hitzacker, Streetz, Pisselberg, Dannenberg, Breese, Gümse, Sipnitz, Quickborn, Kaltenhof, Brandleben.

> Bei Realisierung ist mit massiven Behinderungen der Land- und Forstwirtschaft zu rechnen. Allein zwischen Lüneburg und Dannenberg gibt es derzeit 31 höhengleiche Bahnübergänge, 17 Bahnbrücken über Straßen/Wirtschaftswege und 8 Straßenbrücken über Gleise. Von diesen Bahn-Querungen würden aus Sicherheitsgründen die meisten geschlossen und damit Land- und Forstwirte sowie Ver- und Entsorger zu komplizierten und kostspieligen Umwegen gezwungen, die teilweise erst ausgebaut werden müssten. Das hieße dann auch, weite und zeitraubende Umwege für viele Anwohner, Feuerwehren, Notärzte, Rettungswagen, Jäger usw. Brücken müssten aufwändig erneuert oder umgebaut werden. (Diese zusätzlichen Kosten finden bisher keine Berücksichtigung).

> Offensichtlich wurde der VCD-Vorschlag in Unkenntnis der „herausragenden Bedeutung“ des betroffenen Naturraums und seines internationalen Status entwickelt. So ist z.B. für folgende „Schutzgebiete von nationaler und internationaler Bedeutung“ mit gravierenden Folgen durch Gütertransporte zu rechnen*:
- C-Gebiete des Biosphärenreservats „Niedersächsische Elbtalaue“,
- Naturschutzgebiet (NSG) „Binnendünen bei Klein Schmölen“ und NSG „Löcknitztal Altlauf“ im Naturpark Mecklenburgisches Elbtal als Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe,
- EU-Vogelschutzgebiet „Drawehn“
Weitere gefährdete Schutzgebiete sind z.B.: Lüneburger Ilmenauniederung mit Tiergarten, Großvogel-Lebensraum bei Bavendorf, Kateminer Mühlenbach, Dahlenburger Moor, Mausetal mit Mausermoor und mehrere Bereiche von Landschaftsschutzgebieten der Landkreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg.
„Europarechtlich geschützte Lebensräume (Biotope)“ wie z.B. „Natürliche nährstoffreiche Seen“, „Dünen mit offenen Grasflächen“, „magere Flachlandwiesen“, Hartholzauenwälder usw. werden durch die vorgesehene Trasse erheblich beeinträchtigt bzw. flächenhaft zerstört.
Zahlreiche streng geschützte Tierarten in diesen Gebieten sind durch Überbauung und Störungen in ihrer Existenz bedroht, z.B. Brutvögel wie Kraniche, Schwarzstörche, Wachtelkönige; Amphibien wie Kammmolch, Rotbauchunke*, Kreuzkröte und Säugetiere wie Biber und Fischotter.
Es ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass natur- und artenschutzrechtliche Verbotstatbestände durch eine Realisierung der Planung eintreten würden. Dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle, sondern um massive Verstöße gegen das Artenschutzrecht in zahlreichen Fällen.

> Die bislang vom VCD genannten, eher spekulativen Kosten für den Neubau und den sog. Breimeier-Ausbau der Trasse werden bei weitem nicht ausreichen. Handelt es sich doch insgesamt überwiegend um eine Neubaustrecke. Der Gleiskörper der Wendlandbahn von Lüneburg nach Dannenberg (etwa 1/3 der Strecke) ist mit fast 150 Jahren überaltert und müsste wohl abgerissen und neu aufgebaut werden, ebenso wie zahlreiche Brücken und Untertunnelungen. Allein die Kosten für die Querung der Elbtalauen und den Neubau einer zweigleisigen Eisenbahnbrücke über die Elbe sind kaum zu kalkulieren.
Die seit Jahren laufenden Trassendebatten gehen von Prognosen über ständige Zuwächse von Warenströmen aus, die im Dialogforum mit Sicherheit hinterfragt werden – verbunden mit Vorschlägen für eine verstärkte Auslastung des Elbeseitenkanals und eine weiträumige Verteilung der Güterzugverkehre über das weitgehend vorhandene Schienennetz.

> Da der Standort Gorleben noch immer nicht aus dem Endlager-Suchverfahren herausgenommen wurde, wäre mit der Umsetzung des VCD-Vorschlags beste Anbindung an das Schienennetz gegeben und damit möglicherweise ein Präjudiz für ein Atommüllendlager Gorleben geschaffen. Was das bedeutet, wissen wir als Anrainer der Castor-Transportstrecke zur Genüge.

> Wie bei anderen Trassen auch hätte der Gütertransport erhebliche Beeinträchtigungen der Lebens-, Arbeits- und Wohnumstände von tausenden Menschen rechts und links der Strecke zur Folge. Durch Dauerbelärmung, Erschütterungen, Staub, Elktrosmog u.ä. sind schwerwiegende psychische und physische Gesundheitsschäden zu befürchten. Außerdem ist mit deutlichen Wertverlusten von Eigentum/Immobilien zu rechnen.

Wegen all der genannten gravierenden Auswirkungen ist nach Auffassung der  Anrainerinitiative Dahlenburg das Konzept von Breimeier/VCD inakzeptabel.

Anrainerinitiative Dahlenburg

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