Nach der Wahl ist vor der Wahl



Am 28.09. fand eine Sitzung des Bau-,Wege-und Umweltausschusses der Gemeinde Gerdau statt.

Unter dem Tagesordnungspunkt: „Unterrichtung über wichtige Angelegenheiten“ teilte BM Kleuker seine Gedanken in Form einer Nachbetrachtung zur vergangenen Kommunalwahl mit.

Ausdrücklich lobte er das gesellschaftliche Engagement vieler Bürger; immerhin hatten sich insgesamt 20 Kandidatinnen und Kandidaten in Gerdau zur Wahl gestellt. Dies sei gelebte Demokratie!

Kaum 2 Minuten später, in der Einwohnerfragestunde, kritisierte er pauschal 4 dieser Kandidaten, nämlich die ihm offensichtlich nicht genehme FWG (erhielt 14,36 % der Stimmen), indem er ihnen mangelnde Fairness und Transparenz vorwarf.

Gerade diese Transparenz vermisst man aber bei Rat(smehrheit) und Verwaltung. Dies wurde deutlich, als auf den Hinweis eines Zuhörers auf unvollständige Protokolle in Aussicht gestellt wurde, die Protokolle noch mehr zu „verschlanken“, so dass damit zu rechnen ist, dass in Zukunft unbequeme Äußerungen von Einwohnern überhaupt nicht mehr erwähnt werden.

Man konnte den Eindruck gewinnen, dass auf öffentlichen Sitzungen eine Bürgerbeteiligung wohl eher unerwünscht ist.

Dies entspricht nicht meinem Verständnis von Demokratie und Teilhabe am politischen Leben, wenn man als Bürger lediglich zur Stimmabgabe alle paar Jahre degradiert und benutzt wird.

Arnold Kröger

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