Leserbrief zur SPD-Gegendarstellung



Die Behauptung der drei SPD-Herren Carsten Beyer, Werner Neumann und Wolfgang Hahnemann, Götz Schimmacks „Darstellung„, Carsten Beyer habe seinen in der Fraktionen erworbenen Sitz aus „freien Stücken„ an Werner Neumann weitergereicht sei eine böswillige Unterstellung, ist Bullshit.

Wer auf seinen gemäß dem Wahlergebnis erworbenen Listenplatz verzichtet und ihn frei macht für einen Nachrücker oder eine Nachrückerin, kann sich aus vielerlei Gründen so verhalten. Er kann es - um im Sprachgebrauch der SPD Herren zu bleiben – aus „freien Stücken„ tun, woran nichts Ehrenrühriges ist, weil die Ausübung eines Mandats, analog Artikel 38 Grundgesetz, nur der Gewissensentscheidung unterworfen und nicht an Auftrag und Weisung gebunden ist. Auch Krankheitsgründe können dazu führen, ebenso wie strukturelle oder geografisch begründete Änderung in der Berufsausübung die vor der Wahl nicht bekannt waren.

Ebenso allerdings können parteipolitische Ränkespiele dafür verantwortlich sein. Das ist, Ad 1, der sogenannte „Gegendarstellung„ den drei SPD-Herren entgegenzuhalten.

Und Ad 2? Die drei SPD-Herren kennen sich – neben nicht wenigen existierenden Image-Schwächen in der Kommunalpolitik und der (faktisch nicht stattfinden) Öffentlichkeitsarbeit ihrer eigenen Partei in der Samtgemeinde Suderburg – offenbar nicht einmal mit dem parteiinternen Sprachgebrauch und im Begriffsverständnis aus, wenn von „Parteisoldaten„ gesprochen wird. Unter Parteisoldaten verstehen die SPD-Mitglieder ihrer Partei die – häufig über viele Jahre hinweg und allen möglichen Widrigkeiten und politischen Verwerfungen zum Trotz – bei der Stange geblieben sind und ihrer Partei die Treue halten. Unter Parteisoldaten wird inner- und außerhalb der SPD auch verstanden, wer die sogenannte „Ochsentour„ auf sich genommen hat, das heißt, den manchmal steinigen Weg von „unten nach oben„ in der Parteihierachie.

Seit Jahr und Tag ehrt die SPD ihre Mitglieder die 30, 40, 50 Jahre ihrer Partei „frei und unerschütterlich„ die Treue gehalten haben.

Oder stört die drei Herren von der Suderburger SPD etwa die Funktion oder der Beruf „Soldat„? als etwas Anrüchiges? Das wäre bei der SPD zumindestens etwas Neues, wenn sie im Suderburger Land auch sonst politisch so gut wie nichts Attraktives und Mutmachendes zu bieten hat.

Einen zweiten Martin Schulz konnte sie auf kommunaler Ebene nicht aus dem Hut zaubern – da gab es bisher nur Abgestandenes – womit denn ja auch am 11. September letzten Jahres politisch kein Blumentopf zu gewinnen war.

Borvin Wulf, parteiunabhängig

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