Landkreis Uelzen probt Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest – seit mehreren Jahren breitet sich die zwar für den Menschen ungefährliche, dafür aber für Wild- und Hausschweine meist tödlich verlaufende Tierseuche vor allem in Osteuropa aus. Vor diesem Hintergrund hat das Kreis-Veterinäramt jetzt im Rahmen einer großen Krisenübung gemeinsam mit weiteren Fachberatern und Beteiligten wie z. B. der Bundeswehr den Ausbruch der Tierseuche im Landkreis Uelzen simuliert bzw. entsprechende Gegenmaßnahmen erprobt.

„Mit dem Ergebnis können wir wirklich zufrieden sein“, so die Bilanz des Kreisveterinärs Dr. Jörg Pfeiffer. Die Übung habe gezeigt, dass sich die langwierigen und intensiven Vorbereitungen auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest gelohnt hätten.

Bestätigt wird diese Auffassung durch die anschließende Auswertung des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES). Diese ergab, dass das Veterinäramt nahezu alle der gestellten Aufgaben erfolgreich erfüllt hat.

Das Übungsszenario: Ein Jäger findet ein verendetes Wildschwein und nimmt entsprechende Proben. Die anschließenden labortechnischen Untersuchungen ergeben, dass das Wildschwein an der Afrikanischen Schweinepest verendet ist. Im Rahmen der Krisenübung ging es für die Beteiligten nun darum, auf der Grundlage wildbiologischer sowie tierseuchenfachlicher und rechtlicher Gesichtspunkte um den Fundort herum „Restriktionsgebiete“ und entsprechende Maßnahmen innerhalb dieser Gebiete festzulegen.

An der mehrstündigen Übung nahmen neben den Amtstierärzten und Sachbearbeitern des Uelzener Kreis-Veterinäramtes auch die zuständige Dezernentin des Landkreises Anna Katharina Bölling sowie insgesamt 23 Fachberater und Beobachter teil. Im Ergebnis konnten 16 der 17 vorgegebenen Aufgabenstellungen korrekt abgearbeitet werden.

Bereits drei Wochen zuvor hatte sich das Veterinäramt auf die Krisenübung intensiv vorbereitet. Um ein möglichst realitätsnahes Geschehen zu simulieren, war ein Dummy durch einen Mitarbeiter des Landkreises im Stadtwald versteckt worden. Anschließend wurde das Veterinäramt telefonisch informiert, ein Spaziergänger habe ein totes Wildschwein gefunden. Anhand entsprechend übermittelter GPS-Daten konnte der Dummy aufgefunden und geborgen werden. Dazu wurde der vermeintliche Tierkadaver zunächst mit einem Bergungsschlitten zu einem bereitstehenden Einsatzfahrzeug und anschließend zu der zentralen Sammelstelle des Landkreises gebracht. Der Fundort war zuvor fachgerecht desinfiziert worden. Auch die weitere tierseuchengerechte Abarbeitung wurde im Rahmen der Maßnahme er- bzw. geprobt.

Zum Hintergrund:

Die Afrikanische Schweinepest breitet sich sehr schnell aus. Derzeit gibt es weder Impfstoffe noch Medikamente. Die Übertragungswege sind vielfältig: Die Tierseuche kann unter anderem über Blut, Kleidung, Lebensmittel oder Transportfahrzeuge weitergetragen werden. Der Erreger gilt erst dann als überwunden, wenn mindestens sechs Monate nach dem letzten bekannten Fall in der Region keine weiteren Viren mehr nachgewiesen werden.

Aufgrund der starken Ausbreitung in Osteuropa steigt auch die Gefahr, dass die Viren auch Deutschland bzw. den Landkreis Uelzen erreichen – mit möglicherweise schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen für landwirtschaftliche Schweinezuchtbetriebe, das fleischverarbeitende Gewerbe und den entsprechenden Handel.

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