Kleine Schirmkiefern suchen einen neuen Standort



Schon in jungen Jahren wunderte sich Thomas Dorschner über eine alte knorrige Kiefer, die versteckt im Hardautal zwischen Suderburg und Holxen steht. „Es ist ein besonderer Baum“, berichtet eine Frau, die 1913 geboren ist und bat darum, dass diese schöne Schirmkiefer erhalten bleibt.

Viele Jahre später wurde der Wunsch zu einem kleinen Projekt. Befragungen in der Bevölkerung ergaben Hinweise, dass in der Vergangenheit viele Schirmkiefern zwischen den Feldern als „Schattenbaum“ genutzt wurden. Im Schatten der Schirmkiefer wurden an sonnigen Tagen die Arbeitspausen abgehalten und die mitgebrachten Getränke und Speisen kühl gelagert.

Anfang des 20. Jahrhunderts war die Lüneburger Heide eine offene, karge Landschaft, ein Mosaik aus Mooren, trockenen Gras- und Heideflächen, sowie lichten Waldarealen. Aufgrund der Nutzung der Schirmkiefern als Regen- und Sonnenschutz sind einige der formenreichen Nadelbäume erhalten geblieben. Mitte der 1960er Jahre wurden wenige Bäume als Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Heute stehen die „letzten ihrer Art“ in den Feldern und werden von großen Landmaschinen bedrängt.

In diesem Zusammenhang wurden vor einigen Jahren von zwei Schirmkiefern Zapfen geerntet, um kleine Bäume nachzuziehen. Die Kiefern sind die Nachkommen der Nadelbäume, die nach der Eiszeit das Norddeutsche Tiefland besiedelt haben. Um die verödete Landschaft in der Lüneburger Heide aufzuforsten, wurde überwiegend selektiertes Saatgut von forstgerechten Kiefern aus Osteuropa verwendet. Für den Ausbau und die Weiterentwicklung von trockenen Feldbiotopen möchte der NABU-Uelzen neue Standorte für Schirmkiefern anlegen, die auch Biotop für Feldvögel, Insekten und Reptilien sind.

Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, dass private und betriebliche Grünflächen als neue Standorte genutzt werden können. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit haben Thomas Dorschner, Bernhard Witte und Friederike Kohnke ein Informationsblatt erarbeitet, in dem der geschichtliche Hintergrund erklärt wird und für neue Standorte geworben wird.

Im Zusammenarbeit mit dem Martinshof in Klein Bollensen und der Gärtnerei Katrin Busse in Böddenstedt wurden aus den geernteten Kienäpfeln „Schattenbäume“ herangezogen, die einen neuen Standort suchen.

Bei der Recherche über Kiefernbäume berichtete eine Person, dass die Ackerflächen im Umfeld des heutigen Gewerbeparks von Suderburg sehr trocken und sandig waren. Beim Landvolk hatte die Feldflur die Ortsbezeichnung „In den Föhren“.

Unter diesem Projekttitel möchte Thomas Dorschner vom NABU-Uelzen neue Habitate für Schirmkiefern errichten.

Bernhard Witte

Foto/Titelfotos (privat): Thomas Dorschner unter der Schirmkiefer

 

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