Internationales Forschungsprojekt „Intuition“ zur Förderung des Landkreises Uelzen

Die Ostfalia Hochschule am Campus Suderburg, Fakultät Handel & Soziale Arbeit, erhält den Zuschlag für das EFRE-Projekt „Rationalität, Heuristik, Intuition & Antizipation (RHIA) in Entscheidungssituationen Uelzener Unternehmen“. Gefördert wird das Projekt aus dem Europäischen Strukturfond für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Land Niedersachsen mit über 470.000 Euro für Personal- und Sachkosten. Dadurch werden drei HighTech Teilzeit-Arbeitsplätze in Suderburg entstehen (1,5 Stellen)

Projektleiter und Antragsteller Prof Dr. Markus Launer sieht für den Landkreis gute wirtschaftliche Chancen. Er konnte für sein Projekt die innovativsten Unternehmen von Uelzen gewinnen wie den IT Verbund gemeinsame kommunale Anstalt des öffentlichen Rechts, die Stadtwerke Uelzen GmbH MyCity, Werkhaus Design + Produktion GmbH, Bad Bodenteich und die Intersoft Consulting Services AG in Hamburg. Mit dabei ist auch das Polizeikommissariat Uelzen und die Feuerwehr von Uelzen – zwei Institutionen, die in der Praxis sehr auf schnelle Reaktionen und Intuition angewiesen sind. Besonders gute Messwerte für Intuition werden von den Kunden des Yoga Studio MyYoga erwartet. Unterstützt wird das Projekt von Bürgermeister Jürgen Markwardt und unserem Landrat Dr. Heiko Blume.

 

Intuition – Kombination unterschiedlicher Intuitionsarten und Entwicklung eines Messgerätes

Die digitale und kreative Wirtschaft im Landkreis Uelzen im Allgemeinen, die Unterstützung der Existenzgründung im Speziellen, soll durch die Entwicklung eines innovativen Messgerätes von Intuition zu neuen Produkten und Wachstum führen. Intuition ist in der Wirtschaft aber noch ein wenig genutzter Baustein. Durch Anwendungsforschung könnte aber für unterschiedliche Branchen ein neuartiger Appliance Prototyp erforscht und entwickelt werden, der bei vielen KMU Unternehmen der Region zu neuen Produkten führen kann. „Denn in Uelzen schlummert eine Innovationskeimzelle“, sagt Launer. Sollte der Nachweis gelingen, dass Intuition differenziert messbar und anwendbar ist, so könnte dies für viele Berufszweige neue Anwendungsmöglichkeiten bieten.

Ein Prototyp zur Intuitionsmessung könnte die Basis sein für die weitere anschließende Entwicklung von neuartigen Konzepten zur Führungskräfteauswahl, -entwicklung und -trainings (Personalwesen), Kreativitätsförderung im Marketing, Katastrophenschutz und Rettungsdiensten (Feuerwehr), Sicherheit (Polizei), Intuitions-basiertes Verkaufstraining im Einzelhandel und im Vertrieb, bessere Intuition der Servicekräfte in der Gastronomie u. v. m., oder man denke nur an die sog. Bauernregeln (Heuristiken) in der Landwirtschaft.

Aber bislang hat die Intuition als Entscheidungsgrundlage für gute Entscheidungen und kreative Prozesse in die betriebliche Praxis noch nicht Einzug gehalten. Der Ansatz ist in der Psychologie, Soziologie und Verhaltensökonomie bereits gut erforscht und in meist klinischen oder Alltagssituationen angewandt. In der Praxis der Unternehmen, Politik und öffentlichen Institutionen ist das Thema Intuition bislang noch wenig anerkannt. Dies könnte daran liegen, dass die Betriebswirtschaftslehre bislang auf rein faktisches Wissen und rein rationale Entscheidungen aufgebaut wird.

 

Innovationspotential

Der Projektname RHIA birgt schon das Innovationspotential. Drei unterschiedliche Arten von Intuition und die rationale Entscheidung soll mit Hilfe von Spezialisten erforscht werden:

  • Rationalität: Prof. Markus Launer
  • Heuristik: Dr. Anne-Kathrin Auer: Werkhaus Design + Produktion GmbH
  • Kompetenz: psychologische Promotion in Entscheidungsverhalten, Erfahrung im Durchführen von wissenschaftlichen (psychologischen) Studien, Berufserfahrung als Personalleiterin (Promotion)
  • Intuition: Prof. Dr. Wendelin Küpers: Karlshochschule,
  • Forschungsfelder: Empirische Sozial- und Wirtschaftsforschung inkl. zwei Veröffentlichungen zum Thema Intuition bei Entscheidungen. Phänomenologie und inter- bzw. transdisziplinäre, qualitative Organisations- und Management-/Leadershipsforschung. Implizites Wissen und Lernen sowie kreative Praxis in Organisationen und Management/der Unternehmensführung
  • Antizipation oder die die unbegründete Entscheidung: Diplom Physiker Dirk Schneider:
  • wissenschaftlicher Mitarbeiter der Ostfalia Hochschule in Suderburg
  • Kompetenz: Physik inkl. Quantentheorie und Antizipation

Zusätzlich soll auch das sog. Bauchgefühl untersucht werden. Doch hierzu sieht das Team noch Klärungsbedarf für eine quantitative Messbasis. Es liegen bislang kaum wissenschaftliche Untersuchungen vor, die alle vier unterschiedlichen Ansätze miteinander verbinden. Die Herausforderung wird die Entwicklung eines validen Messverfahrens sein.

Für mehr Informationen schreiben Sie Prof. Markus Launer unter M-A.Launer@Ostfalis.de

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