Intelligente statt starrer Regelungen beim „Lockdown-Back“

Derzeit gibt es viele Diskussionen um Lockerungen beim „Lockdown“. Während viel Fachleute vor einer zu schnellen Lockerung warnen, kann es anderen – besonders Wirtschaftsvertetern – nicht schnell genug gehen.

Dabei gerät vielfach das schwedische Modell in den Focus: In Schweden wurden dem Volk ebenfalls Einschränkungen verordnet, dabei wurde aber in vielen Bereichen auf das Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen gesetzt. Der Erfolg ist umstritten. Zwar sind die Infektionszahlen in Schweden moderat und es herrscht eine relativ große Bewegungsfreiheit, allerdings gibt es auch eine hohe Sterberate im Vergleich zu anderen Ländern – bezogen auf die Gesamtbevölkerungsanzahl.

In Deutschland wurde zwischen Bund und Ländern kürzlich vereinbart, dass coronabedingt geschlossene Geschäfte mit einer Verkaufsfläche unter 800 Quadratmetern nun wieder öffnen dürfen. Das hat bei vielen zu Kritik und Unverständnis geführt: Warum 800 Quadratmeter und was macht den Unterschied zu größeren Geschäften? Baumärkte dürfen z.B. generell geöffnet werden und sind zumeist deutlich größer.

Der Ministerpräsident des Saarlands, Tobias Hans (CDU), wirbt nun für eine Korrektur der vereinbarten Regel und hat dafür auch einen pragmatischen Vorschlag: In der „Rheinischen Post“ vom Samstag sprach sich Hans dafür aus, einen Kunden pro 20 Quadratmeter eines Geschäftes zuzulassen: „Bei dieser Regelung bräuchten wir keine zusätzliche 800-Quadratmeter-Regel, die ja sehr unterschiedlich ausgelegt wird und zu einer hohen Anzahl von Kunden in den Geschäften führen kann.“

Bei der am 30. April 2020 stattfindenden Konferenz mit den Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel will er seinen Vorschlag zur Diskussion stellen.

Titelfoto: Tobias Hans, Ministerpräsident des Saarlands. Quelle: Saarland.de

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