Inga-Rumpf-Konzert: mehr geht nicht!

„Da guckst du ein paar Mal aus dem Fenster – und plötzlich bist du 65…“, sinnierte gestern eine, wenn nicht DIE größte, deutsche Sängerin von internationalem Format, auf der Bühne im Foyer der Jabelmann-Halle in Uelzen.

Inga Rumpf war da – und mit ihr 48 Jahre Bühnenerfahrung. 48 ruhelose Jahre, in denen sie mit vielen Größen der Rock,- Soul-, R’n’B- und Blues-Scene die Welt gerockt, und mit ihrer einmaligen Stimme, ihrem charismatischem und musikalischem Genie, begeistert hat.

Musikalisch begonnen hat die 1946 geborene Hamburger Seemannstochter Anfang der 1960er Jahre mit einem ersten Auftritt im Jugendheim von St. Pauli. 1965 wurde sie Sängerin der „City-Preachers“, einer Folkrock-Gruppe. Diese gründete sie nach vier Jahren neu, mit Jean-Jacques Kravetz, Karl-Heinz Schott und Udo Lindenberg – nun mehr an Beat und „schwarzer“ Musik orientiert.
Bereits 1970 stieg Udo Lindenberg aus, wurde von Carsten Bohn abgelöst und die Gruppe in „Frumpy“ umbenannt. Mit ihr wurde Inga Rumpf zur beliebtesten Band des Jahres und mit der Platte „All Will Be Changed“ war erstmals der Beweis erbracht, dass auch Rockmusik aus Deutschland international Erfolg haben konnte.

1972 erfolgte dann die Gründung der legendären „Atlantis“ mit einem Teil der „Frumpy“-Truppe. Auch hier gab Udo Lindenberg als Drumer ein kurzes „Gastspiel“.
Speziell in den USA fand Atlantis großen Anklang, damit war der internationale Durchbruch für Inga Rumpf endgültig geschafft. Bis 1975 räumte sie und Atlantis alles an Anerkennung und Auszeichnungen ab: „Beste Sängerin“, „Beste Live-Band“, „Beste Studio-Band“ und „Inga Rumpf – Ein neuer Superstar“.
Dann 1976 die Atlantis-Auflösung, dafür Tourneen mit „Aerosmith“, „Lynyrd Skynyrd“ und anderen Größen.

In den 1980er Jahren tourt Inga Rumpf mit der eigener Band „Reality“ und später in wechselnder Besetzung als „Inga & Friends“ auf unendlich vielen Konzerten, Events und zu den unterschiedlichsten Anlässen – eine Aufzählung würde Seiten füllen.

2006 dann ein besonderes Highlight: B.B. King, der „King of Blues“, lädt Inga & Friends auf seine Abschiedstournee ein. Es wird ein Riesenerfolg und wahrscheinlich ist es der absolute Höhepunkt ihrer Karriere.

Und nun also gestern in Uelzen. Geschätzte 200 Besucher faßt das Jabelmann-Foyer. Und es war voll, die Tickets im Vorverkauf kurzfristig ausverkauft.

Inga Rumpf ist körperlich älter geworden – wie wir alle. Das jedenfalls zeigte der Rundumblick auf das Publikum, kaum einer unter fünfzig. Ihre Musik ist teilweise ruhiger und besinnlicher, unterstützt durch eine Steel-Guitar mit ihrem typisch schwermütigen Südstaaten-Sound. Aber dazu diese Stimme… einfach genial. Sie hat nichts an Kraft und Ausdruck verloren, von ganz sanft bis „volle Röhre“. Ihre Stimme ist noch immer: wie damals!

Was gab es noch zu hören?
Einen Pianisten der Extra-Extraklasse: Joe Dinkelbach.
Ingas website sagt zuDinkelbach: „Joe wurde 1965 in Braunschweig geboren. Seit dem 7. Lebensjahr hatte er Klavierunterricht, unter anderem bei Otto Wolters. Später studierte er am Hilversum Conservatorium/NL bei Henk Elkerbout und Rob Madna. Es folgten viele Auftritte, unter anderem mit John Aebercrombie, Dave Liebman, Charly Mariano, Bill Ramsey, Inga Rumpf, Allan Harris, Uli Beckerhoff, NDR Bigband, Detlev Beier, Silvia Droste, Ron Williams und vielen mehr …
Joe Dinkelbach ist mehrfacher Preisträger der LAG Jazz und wirkte bei diversen CD Produktionen mit internationaler Besetzung mit…“

Ich sage zu Dinkelbach: Genial! Muß man einfach gehört und gesehen haben. Der spielt mühelos – und braucht die ganze Tastatur dazu. Meistens mit einem verschmitztem Lächeln auf den Lippen, mitswingend. Oder irgendwie über den Tasten sinnierend, während die vom Körper getrennt wirkenden Hände die Töne perlen lassen, unglaubliche Disharmonien harmonisch machen, ständig improvisieren und dann wieder zum Thema finden.
Das Piano ist sein Werkzeug und Dinkelbach beherrscht es virtuos und mit begeisternder Spiellaune. Klasse!

Dazu noch der Kontra-Bassist Thomas Biller. Naturgemäß steht der Kontrabassist ja meistens ein wenig im Hintergrund. Aber dieser glänzte mit Perfektion und brilliant gekonntem Spiel – und natürlich ganz besonders bei einigen kurzen Solo-Einlagen. Biller spielt in der Trio-Besetzung seit über 10 Jahren mit Inga Rumpf und Joe Dinkelbach zusammen. Auch er hat internationale Erfahrung auf Konzerten und Tourneen. Dazu gibt seine website an: Eddie Harris, Joe Pass, Clark Terry, Ernie Watts, Nathan Davis, Ken Peplowski, Mundel Lowe, Doug Raney, Rolf Ericson, Spike Robinson, Ellyn Rucker, Don Braden, Bruce Barth, Howard Alden, Danilo Perez, Jack Sheldon, Dave Frishberg , Mark Nightingale,Wolfgang Schlüter, Annett Louisan, u.v.a…

Das Resümee: Inga Rumpf & friends, immer gerne wieder. Inga ist und bleibt Kult!
Und: Das Foyer der Jabelmannhalle ist eine fantastische „Location“ für Konzerte dieser Größenordnung: fast wie privat, sehr „dicht dran“, tolle Atmosphäre.

 

 

 

 

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5 Kommentare

  1. Johnny Guitar Antworten

    Oh…Oh…Oh…
    Ich bleib hier mal bei dieser, hier anscheinend üblichen,
    Einleitungsform.
    Das nimmt hier ja Züge an, die mich bewegen doch noch was zu
    schreiben.
    Da haben sich ja zwei gefunden: Der eine ist wohl nicht kritikfähig und der andere mit der zu großen Keule aufs virtuelle Papier gegangen.
    Was der Kommentator aus Coppenbrügge (hoffentlich geht das
    hier nicht alles über den Deister!!) sagen wollte ist, daß es
    im „www“ eine Inflation von dahergeschriebenem gibt.
    Jeder fühlt sich berufen, über alles zu schreiben, mit den
    entsprechenden Fehlern.
    Es wäre wohl besser gewesen, dem gewollt musikjournalistischen
    Beitrag eine persönliche Meinung des dargebotenen zu geben,
    anstatt einen großen Abriss zu starten und eine Menge Musiker
    aufzuzählen, die einerseits nur Insider kennen, und damit meine
    ich nicht B.B.King, U.Lindenberg, Lynyrd Skynyrd und Joe Pass, und andereseits nicht dazu beitragen die künstlerische Qualität der Darbietung zu vermitteln.
    Mein Problem mit dem Text, und darum mein erster Kommentar
    war und ist, daß wenn ich einen Fehler finde, bei einem Thema
    mit dem ich mich ein bißchen auskenne, dann muß ich ja wohl davon ausgehen, das da noch weitere Fehler sind, die ich nicht bemerke, und mir den Sachverhalt falsch verinnerliche.
    Nicht jeder kann fundiert über Musik schreiben, ich auch nicht!
    Aber eine Beschreibung des dargeboteten, die eine größere
    persönliche Note beeinhaltet, hätte mir „daheimgebliebenen“ einen besseren Eindruck vom Musikerlebnis vermittelt.
    Kein Wort davon welche Stücke vorgetragen wurden, etwa
    Eigenkompositionen, oder hat Inga Rumpf aus Ihrem musikalischem Werdegang geschöpft um sich und andere
    zu interpretieren?
    Ja ja, viel Kritik, aber ein Text im Internet mit angeschlossener
    Kommentar-Funktion steht nicht wie in Blei gesetzt!
    Schönen Gruß von Linotype

    Jetzt aber: Belassen wir es dabei!!

  2. ap Antworten

    Uiuiui…

    Was will er uns damit sagen?
    Mir scheint, er hatte einen schlechten Tag, der „Abschmack Dumpfback“, und kotzt sich jetzt gerade hier aus…
    Und irrt auch noch… Google oder Wikipedia? Die Quellen sind hier angegeben, Meister.

    Gefühlsduselei – mag sein. Da kommst Du vielleicht auch noch hin.
    Ansonsten magst Du besser sein, verschwurbelte Sätze „zu Papier“ zu bringen, als die von Dir beklagten „Semi-Schreiber“. Aber irgendwie scheinst Du ein Problem zu haben. Keine Eier in der Hose, oder warum versteckt man sich hinter Seiten wie http://www.webdesaster.net.
    Besonders geistreich ist das nicht…
    Komm mal wieder runter!

    Grüße nach Coppenbruegge…

  3. Abschmack Dumpfback Antworten

    Na, Na, Na, mein lieber Herr Lokalredakteur,

    Wer wird denn gleich so schmallippig sein, hm?

    Hat der feine Herr Klugscheisser doch einen noch feineren Abriss
    zum Thema Metallgitarre (nicht Metal-Guitare) abgegeben.

    Und das ist in Zeiten in denen jeder abgeschmackte
    Dumpfback, dessen Meinung eigentlich niemanden interessiert,
    also nicht mal dessen Olle, diese (Nicht seine Dame) dann aber ungefiltert und
    ungeprüft in jeglichen Blog stellen kann, doch ungeheuer wichtig.

    So wichtig jedenfalls, das man meinen müsste, das etwaige
    Semi-Berufsschreiberlinge, eben jenen Anspruch an sich,
    und demzufolge auch an die ihm geneigten Rezipienten,
    haben müssten.

    Aber es kann natürlich durchaus sein, dass man da doch
    zu viel verlangt, und es einem bei der gefühlsduseligen Rentnerkonzertbeklatsche,
    mit der Wikipedia bzw. Google Würze zu sehr durch gegangen ist.

    Na Mahlzeit.

  4. ap Antworten

    Okay, okay…
    Finde ich gut, wenn sich jemand scheinbar richtig gut auskennt.

    Inga nannte sie „meine Eiserne Lady“. Belassen wir’s dabei…

  5. Johnny Guitar Antworten

    Inga Rumpf spielt, zumindest auf dem Bild, keine Steel Guitar,
    sondern eine Resonato-Gitarre, die übrigens nicht aus Stahl ist,
    sondern aus Messing und einen tonverstärkenden Schalltrichter
    im inneren besitzt
    Eine Pedal-Steel-Guitar oder Lap-Steel, wie man sie aus der
    Country-und Western oder Hawaii Musik kennt, wird mit
    Zupfringen auf den Fingern (Steel) gespielt und besteht aus zwei
    Hälsen, die in einem Tischähnlichen Gestell eingebaut
    sind

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