Fledermaus-Tollwut nun auch im Landkreis Uelzen



Im Landkreis Uelzen ist bei einer vor knapp zwei Wochen aufgefundenen Fledermaus Tollwut nachgewiesen worden. Das hat das Veterinärinstitut in Hannover nach entsprechenden Untersuchungen heute dem Veterinäramt des Landkreises bestätigt. „Damit haben wir nun auch im Landkreis Uelzen den ersten bestätigten Tollwutfall bei einer Fledermaus“, so Dr. Jörg Pfeiffer, Leiter des hiesigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes. Im benachbarten Landkreis Lüneburg waren bereits Mitte August die ersten Fälle von Fledermaus-Tollwut offiziell nachgewiesen worden.

Die Fledermaus war in der Samtgemeinde Bad Bevensen tot in einem Garten aufgefunden und anschließend durch einen Fledermausbeauftragten zum Veterinäramt des Landkreises Uelzen gebracht worden. Dort wurden unmittelbar die nötigen Schritte und Maßnahmen eingeleitet. So wurden das Umwelt- und das Gesundheitsamt des Landkreises Uelzen informiert sowie das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit eingeschaltet.

Allgemeine Informationen zur Fledermaus-Tollwut:

Woran ist eine erkrankte Fledermaus zu erkennen?

Krankheitsverdächtige Fledermäuse werden häufig am Tage in der Nähe von Häusern aufgefunden. Die eigentlich nachtaktiven Tiere zeigen abnormales Verhalten wie dem Attackieren nahegelegener Gegenstände, Orientierungsschwierigkeiten, Schluckbeschwerden sowie Lähmungserscheinungen und eine dadurch bedingte Flugunfähigkeit. Aufgefundene Fledermäuse sollten nicht mit bloßen Händen angefasst werden.

Was ist zu tun, wenn man eine krankheitsverdächtige Fledermaus findet?

1. Ruhe bewahren.

2. Tiere nicht mit bloßen Händen anfassen. Verwenden Sie dicke Lederhandschuhe, um das Tier in einen Karton mit kleinen Löchern sicherzustellen. Den Karton fest verschließen und kühl stellen.

3. Verständigen Sie das Umweltamt des Landkreises Uelzen unter der Rufnummer 0581/82-316 oder das Veterinäramt des Landkreises Uelzen unter der Rufnummer 0581/82-736.

Tollwut-Virus

Die Fledermaustollwut ist eine eigenständige Erkrankung, die von der Fuchstollwut oder „klassischen Tollwut„ abzugrenzen ist. Andere Tiere und auch der Mensch sind zwar für die Fledermaustollwutviren empfänglich, Erkrankungen des Menschen und anderer Tiere an Fledermaustollwut sind jedoch äußerst selten. Bislang wurde es nur fünfmal in Europa bei Säugetieren nachgewiesen, davon nur einmal in Deutschland im Gewebe eines Marders (2001). Ansonsten spielt sich das Krankheitsgeschehen in der Fledermauspopulation ab. Tollwutkranke Fledermäuse liegen zumeist am Boden, wo sie leicht von Katzen und Hunden erbeutet werden können, die sie aber oft nicht fressen. Von herabfallenden Jungtieren, Kot oder winterschlafenden Tieren geht keine Gefahr aus. 2015 waren von zwölf in Niedersachsen untersuchten Fledermäusen vier Tiere Tollwut-positiv. In 2016 wurden in den Veterinärinstituten des LAVES bisher 40 Fledermäuse untersucht, davon waren 14 Tollwut-positiv. (Stand: 31.08.2016).

Tollwut-Impfung

Eine Tollwut-Impfung ist ein wirksamer Schutz gegen den Ausbruch der Krankheit. Das Veterinäramt empfiehlt auch Hunde und freilaufende Katzen gegen Tollwut impfen zu lassen.

Artenschutz

Fledermäuse sind geschützte Tiere. In Deutschland leben mindestens 24 unterschiedliche Fledermausarten. Diese sind in ihrem Bestand stark gefährdet und zum Teil sogar vor dem Aussterben bedroht. Sie sind daher stark geschützt.

Weitere Informationen finden Interessierte unter

http://www.laves.niedersachsen.de/tiere/tiergesundheit/zoonosen/tollwut-93040.html

Hinterlasse einen Kommentar zum Beitrag