Einen Moment mal, bitte…



„Feindesliebe tut mir gut“

Das war das Motto von Pastor Dittmar bei seiner Ansprache auf der Bauernrechnung in Suderburg. Und unter dieses Motto ordnete er auch die Kritik zu seiner letztjährigen Ansprache ein, die in einem Leserbrief geäußert worden war. Er fand sie ein bischen seltsam, nahm sie aber gelassen – und damit war es dann auch gut.

Um diese Gelassenheit sollten wir uns alle bemühen, wenn es um Meinungen und Kritik in Leserbriefen geht. Auch wenn dem einen oder anderen angesichts regelmäßiger Leserbriefmeinungen schon mal der „Hut hochgeht“ – freie Meinungsäußerung ist ein wertvolles Gut, auch wenn wir sie bei uns als Normalität – fast banal – erleben. Das war in Deutschland nicht immer so und noch heute sterben in vielen Ländern Menschen, werden eingesperrt und gefoltert, nur weil sie ihre Meinung sagen, die einem anderen nicht gefällt.

Freie Meinungsäußerung irgendeiner, vielleicht sogar gut gemeinten, „Zensur“ unterzuordnen, ist der falsche Weg. Richtig ist es, andere Meinungen kritisch zu prüfen, vielleicht zu überdenken, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese dann ggf. auch zu äußern.

Eine Versammlung kann man verlassen, einen Fernsehsender ausschalten. Eine Zeitungsseite kann man umblättern, bestimmte Artikel muss man nicht lesen. Jeder kann zustimmend nicken und ist frei, sich leise oder laut zu ärgern, aber diese Freiheit bedeutet auch immer die Freiheit des anderen.

Feindesliebe tut mir gut – diesen Satz dürfen aber auch die beherzigen, die bei aller berechtigter Kritik, sich selbst nicht aus dem Auge verlieren sollten, denn (nach Brecht nun Morgenstern:) „Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt“.

Andreas Paschko

Leserbrief: Ein aufgeblasener antidemokratischer Hefeteig

 

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Andreas Paschko (ap)


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