Erschreckende Verluste durch Wolfsangriffe

Die Anzahl der Wölfe in Deutschland wächst, größere Rudel bilden sich. Bei der Jagd im Rudel agieren sie selbstbewußt und effizient. Trotz der verbesserten Schutzmaßnahmen sind die Schäfer den Angriffen der Wölfe zunehmend nicht mehr gewachsen.

Die Rissereignisse in Niedersachsen haben sich im Vergleich zum vergangenen Jahr fast verdoppelt. Die beiden in Suderburg und Eimke ansässigen Schäfer waren in den vergangenen zwei Monaten mehrfach betroffen. Bei zwölf Rissen verloren sie mindestens 114 Schafe und Ziegen.

Jeder einzelne Riss ist schon schlimm genug, fatal wirken sich aber die Kollateralschäden aus. Ein Angriff sprengt die Herde, die Schafe flüchten blindlings und panisch in alle Richtungen. Dabei ziehen sich die Tiere zum Teil schwerwiegende Verletzungen zu, die dann sehr häufig zum Totalverluste führen: Sie verenden jämmerlich oder müssen später eingeschläfert werden. Die, die überleben, sind sehr häufig traumatisiert. Sie werden verhaltensauffällig, magern ab und haben Tot- oder Fehlgeburten.

Bei einem Angriff eines aus 4 bis 5 Wölfen bestehenden Rudels in der Gemarkung Hamerstorf/Kl. Süstedt in diesem Monat, flüchteten mehrere Tiere des Suderburger Schäfers Karl-Heinz Jahnke weiträumig auf die Bahngleise der Hauptstrecke Hamburg/Hannover. Mehrere kamen unmittelbar zu Tode, andere verendeten elendig im Gestrüpp an den Böschungen und wurden zum Teil erst Tage später gefunden.

16 tote Tiere mussten eingesammelt und entsorgt werden. Dass das ein ziemlicher Berg an Kadavern ist, zeigt das Titelfoto. Es zeigt aber auch nur den sichtbaren Teil des Verlustes. Was man nicht sieht sind die gleichzeitig verendeten Lämmer, die einige Tage später geboren worden wären. Die Schafe waren fast alle tragend.

Ein zusätzlicher Nebeneffekt und Schaden bei diesem Fall: Es kam zu Störung beim Zugverkehr. Für die entstandenen Verspätungen hat die Bahn Schadenersatz beim Schäfer angemeldet!

Einige Tage später kam es zu Übergriffen auf die Herde der Glockenbergschäferei der Familie Gerd Jahnke. In der Gemarkung Arendorf wurden in einer Nacht 26 Schafe durch Kehlbiss getötet. Sie lagen weiträumig bis Wulsode verstreut auf den Äckern. Einen Tag dauerte die Suche, die von vielen Helfern aus der Umgebung unterstützt wurde. 16 verletzte Tiere konnten geborgen werden, deren Überleben aber nicht gesichert ist.

LandundForst.de zitiert Gerd Jahnke in einem Artikel: „Das ist eine Katastrophe. Seit Jahren kämpfen wir einen aussichtslosen Kampf, die Wölfe sind schlauer als wir. Esel habe ich angeschafft, die dürfen aber nicht alleine in der Herde stehen. Sechs Herdenschutzhunde wurden angeschafft und Netze von 1,07 m, höher als der geforderte Grundschutz von 90 cm. Alle ein bis zwei Tage bauen wir unsere Netze auf dem Ölrettich um. Wir können hier kaum noch in die Zukunft planen, wir sind nur noch mit Wölfen und dem Schutz unserer Schafe beschäftigt.

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