Ernteeinsatz und Platzregen



Malerisch stehen sie derzeit unter dem großen Zelt auf der Freifläche vor dem Museumsdorf: Gelbe, duftende Garben aus reifem Roggen. Sie müssen hier noch einige Tage trocknen, denn die fleißigen Erntehelfer des Museumsdorfes Hösseringen, Philipp und Henrik Ramünke und Adele Brazionyte, wurden beim Einbringen des Getreides von einem Platzregen überrascht. Bis zum Erntedankfest am 5. Oktober wird aber alles trocken sein und dann kann die Dreschmaschine wieder kräftig gefüttert werden. Die Reste werden für künftige Aktionstage aufbewahrt.

Schnell waren sich die drei Freiwilligen einig, dass eine Ernte früher nicht so malerisch verlief, wie es die Bilder suggerieren. Insbesondere Adele, die in Hösseringen ihren Bundesfreiwilligendienst ableistet, und Henrik am Leiterwagen mussten feststellen, wie anstrengend die Landarbeit ist.

Den Roggen dürfen die Mitarbeiter des Museumsdorfes auf einem Schlag bei Böddenstedt anbauen, Dank gebührt dafür Bauer Schwutke aus Holdenstedt, dem die Fläche gehört. Geerntet wurde mit dem Mähbinder, einer Erntemaschine, die um 1870 in Amerika entwickelt wurde und noch bis in die 60er Jahre auch bei uns im Einsatz war. Wie der Name schon sagt, mäht dieser das Getreide und bündelt es, das Dreschen wurde dann später auf dem Hof erledigt.

Ernte2

Geerntet wurden insgesamt 500 Bunde, von denen ein Großteil am 5. Oktober beim Erntedankfest verarbeitet werden. Auch die große Dampfmaschine wird dann wieder im Einsatz sein.

Christine Kohnke-Löbert

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