Die größten Arbeitgeber im Landkreis Uelzen…

von Eckehard Niemann, UE-NEWS

Die größten Arbeitgeber im Landkreis Uelzen, gemessen an der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten (geschätzte bzw. verschiedenen Veröffentlichungen entnommene Zahlen – ohne Gewähr) – darin nicht enthalten sind nicht-sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse, freiberufllich bzw. selbstständig Tätige.

Nachfolgende Reihenfolge nach  Zahl der geschätzten Mitarbeiter: 

Unternehmensgruppe „Leben leben“, Uelzen, Lebenshilfe etc.1010
Helios, Uelzen, Klinikum800
HGZ, Bad Bevensen, Klinik800
Diana-Klinik, Bad Bevensen750
DRK, Uelzen, Freie Wohlfahrtspflege580
Sparkasse Uelzen-Dannenberg580
Landkreis Uelzen450
Evangelisch-lutherischer Kirchenkreis Uelzen400
Nestlé-Schöller-Froneri, Uelzen400
Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsamt und Jobcenter, Uelzen350
Koetke GmbH (KVK und MBK), Lüder/Reinstorf, Kunststoffverarbeitung350
Stadt Uelzen330
Autohaus Wolter, Uelzen u.a.285
Nordzucker, Uelzen270
Bohlsener Mühle250
Uelzener Versicherungen, Uelzen, Spezialversicherung Tiere240
Psychiatrische Klinik, Uelzen220
MediClin Seepark Klinik, Bad Bodenteich210
Medienhaus C. Beckers, Uelzen200
Bauck Naturkost, Rosche170
Vereinigte Saatzuchten Ebstorf eG170
Pfeifer Holz /Heggenstaller, Uelzen, Paletten150
Volksbank Uelzen-Salzwedel140
Finanzamt Uelzen140
Leitz – Acco Brands, Uelzen, Bürobedarf135
Kobernuss Spedition, Uelzen130
Elmess, Uelzen, Elektrotechnik, Maschinenbau120
Pflegedienst Dirk Ammann, Uelzen120
Hoppe,Uelzen, Landschaftsbau120
Uelzena, Uelzen, Milchprodukte115
Valenzi, Suderburg, Lebensmittel110
Advent-Seniorenheim, Uelzen100
Der Paritätische, Uelzen , Soziale Dienstleistungen100
mycity Stadtwerke, Uelzen100
Kalinowsky, Bad Bevensen, Bau100
Eggers Landmaschinen, Suhlendorf90
Hasse, Uelzen, Gussasphalt, Bitumen, Dachabdeckung85
Lappe, Uelzen, Sanitätshaus80
Winkelmann Elektromotoren, Uelzen80
OHE-Bahnbetriebswerk Uelzen60
Bäckerei Narr, Bad Bevensen60
Fleischerei Hencke, Bad Bevensen50
Ramelow, Kleidung50
Haus Hoheneck, Ebstorf , Wohn- und Pflegeheim40
exabyters, Uelzen, IT40
Almased, Bienenbüttel, Gewichtsreduzierung30
Bien-Holz, Uelzen, Sägewerk
Saevecke, Uelzen, Bauunternehmen
Willi Meyer, Uelzen, Bauunternehmen
Justiz/Polizei/Bundespolizei im Kreis Uelzen .
Heilmann AG, Uelzen, Kartoffeln
Fachhochschule Suderburg / Ostfalia
Metronom, Uelzen
Schulen, Kitas, Kindergärten im Kreis Uelzen
Autohäuser der verschiedenen Marken
Landmaschinen-Handel und –Reparatur
Expert Elektroartikel, Uelzen
Ca. 30 Lebensmittel-, Bau-oder Möbel-Märkte (durchschnittlich-geschätzt 70 Beschäftigte): ca. 2000 Mitarbeiter

 

Was bei solchen Listen der größten Arbeitgeber oft übersehen wird, gerade auch im Kreis Uelzen arbeiten die allermeisten Menschen in den zahlreichen, vielfältigen mittleren und kleineren Betrieben und Strukturen von Dienstleistung, Handwerk, Landwirtschaft etc. – als Arbeitnehmer, Freiberufler oder Selbständige.

Typisch für die gesamte Beschäftigungsstruktur in Uelzen: Die meisten Betriebe sind ortsverbunden und standortgebunden, die Produktion und die Beschäftigung können allein deshalb kaum verlagert werden.

 

Das zeigt auch das PROJEKT KLIMZUG zur Landwirtschaft im Kreis Uelzen:
Struktur der Landwirtschaft Wirtschaftsstruktur

Der Landwirtschaftssektor ist für den Landkreis Uelzen ein vergleichsweise wichtiger Arbeitgeber. Im Jahre 2009 waren hier 3 % (724 Personen) der insgesamt 24 476 abhängig Beschäftigten tätig. Im Vergleich zu Deutschland (0,8 %) und zur Metropolregion Hamburg (0,9 %) kommt dem Sektor damit eine überdurchschnittliche Bedeutung zu).

Betrachtet man entsprechend die Erwerbstätigen, zu denen neben den abhängig Beschäftigten auch die Selbständigen zählen, beläuft sich der Anteil der in der Landwirtschaft tätigen Personen in Uelzen sogar auf 6,5 % (2008). Seit 1999 ist ihr Anteil allerdings um 5,7 % auf 2 573 Personen zurückgegangen. Mit dieser Entwicklung einher ging zudem eine Veränderung in der Beschäftigtenstruktur. Der Anteil der Fremdarbeitskräfte hat zu Lasten der Familienarbeitskräfte tendenziell zugenommen.

 

Das niedersächsische Landesamt für Statistik ermittelte für das Jahr 2016 folgende Verteilung der insgesamt 26.877 sozialversicherten  Beschäftigten auf die verschiedenen Branchen:

– Gesundheits- und Sozialbereich:  7.652
– Handel, Instandhaltung, Reparatur:  5.059
– verarbeitendes Gewerbe:  4.189
– Baugewerbe: 2.034
– Verkehr, Lager:  1.409
– Erziehung und Unterricht:  1.279
– Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen:  1.145
– Gastgewerbe:  1.008
– Freiberufliche wiss. und techn. Dienstleistungen:  864
– Finanz- und  Versicherungs-Dienstleistungen:  864
– Information und Kommunikation: 248
– Energieversorgung: 134
– Kunst, Unterhaltung, Erholung:  114
– Grundstücks- und Wohnungswesen: 92

 

Aus einer Veröffentlichung des Landkreises Uelzen:

Wirtschaft – An der Zahl der Unternehmen wie auch an der Verteilung der Arbeitsplätze nach Branchen und Unternehmensgrößen zeigt sich eine ausgeglichene mittelständische Mischung aus Landwirtschaft, gewerblicher Produktion, Handel und Dienstleistungen. Das verarbeitende Gewerbe ist geprägt durch die Veredelung landwirtschaftlicher Produkte, die zu Zucker, Speiseeis, Backwaren, Milchtrockenprodukten und Wurst verarbeitet werden. Im Landkreis Uelzen wird außerdem ungefähr jede siebte deutsche Speisekartoffel angebaut. Die Herstellung von Büroartikeln, die Tierversicherung und der Versandhandel von Textilien schaffen ebenfalls zahlreiche Arbeitsplätze. Besondere Bedeutung hat der Gesundheits- und Sozialbereich mit insgesamt acht Krankenhäusern und Kliniken, die zum Teil international ausgerichtet sind. Die Kureinrichtungen in Bad Bevensen mit der großen Jod-Sole-Therme und in Bad Bodenteich dienen neben der Gesundheit auch dem Tourismus.

 

Einige erste Gedanken und mögliche Schlussfolgerungen:

–  Wie geht man strategisch und zukunftsorientiert um mit den Landkreis-Schwerpunkten (Gesundheitswesen, daneben auch Verarbeitung pflanzenbaulicher und forstwirtschaftlicher  Erzeugnisse)? Welche Maßnahmen stärken diese Branchen? Welche Branchen und Maßnahmen könnten ergänzende Synergie- und Förderungs-Effekte liefern (sehr gute Schulen und Ausbildungsstätten, Kultur-Initiativen, Freizeit-Angebote etc.). Wie geht man den derzeitigen Fachkräftemangel an?

– Was sagt uns die Arbeitsplatz-Verteilung (von Unternehmen mit vorwiegend arbeitsintensiver und regionalgebundener Angebots-Ausrichtung) über die zukünftig sinnvolle Verkehrsplanung? Braucht der Kreis nicht vor allem neue Fach-arbeitskräfte? Und braucht es für deren Mobilität – auch aus den Nachbarkreisen in unseren Landkreis) nicht vor allem einen überregional guten Öffentlichen Personenverkehr? Welche Bedeutung für die regionale Entwicklung  hat eine A 39 denn wirklich?  Würde die (vermutlich ergebnislose) erträumte Ansiedlung großer Arbeitgeber nicht den jetzt schon gravierenden Fachkräftemangel drastisch erhöhen und dadurch die Existenz bisheriger Firmen bedrohen?

– Was bedeutet die starke mittelständisch-freiberuflich –handwerklich- selbständige Struktur für die zukünftige Entwicklung? Was würde eine A 39 für diese Sektoren bedeuten: Schnellere Erreichbarkeit überregionaler Kunden durch Uelzener Betriebe – aber gleichzeitig auch schnellere Erreichbarkeit Uelzener Kunden durch überregionale Anbieter – in der Folge vermutlich ein neues Gleichgewicht zwischen den Kunden-Aufträgen von  alten/neuen Kunden (dann aber mit beiderseits höheren Transport-und Erreichbarkeitskosten – also insgesamt jeweils höheren Kosten bei bisherigem Status-Quo beim Umsatz).

– Welche Bedeutung und Förderung misst man (bisherigen und weiteren) Querdenkern, bewussten Hierbleibern und Anbietern neuer innovativer Produkte zu (Bohlsener Mühle, Bauck-Betriebe, Gustävel-OpenR,  Werkhaus Bad Bodenteich, Samoca Uelzen, Kulturschaffende etc.) zu?

– Wie kann man eine engere Verbindung schaffen zwischen der Landregion (relativ starke Landwirtschaft) und den eher städtisch-geprägten Orten im Landkreis? Welche Ergänzungen gibt es z.B. zwischen Bad Bevensen und Uelzen oder den Samt- und Einheitsgemeinden? Welche positive Rolle und welchen Nutzen kann der Kreis Uelzen im Verbund mit und in Ergänzung zu seinen Nachbarkreisen haben?

– Positive Beispiele noch deutlicher herausstellen: Entwicklung der Gesundheitswesen-Struktur,  Hundertwasser-Bahnhof-Initiative, Glasfaser-Initiative des Landkreises, Baum-Begrünung der Uelzener Innenstad (trotz aktueller Abholzung), Vorbildcharakter Uelzener Landwirtschaft,  viele relativ intakte dorftypische Strukturen …

Quelle: Eckehard Niemann, UE-NEWS

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