Den egen Weg…

Im Neuen Schauspielhaus, dem  Theater an der Rosenmauer  in Uelzen, geht es sehr persönlich zu. Der Vorsitzende des Theatervereins sitzt an der Kasse und bedient die Besucher der Veranstaltung. Ich habe noch nicht bezahlt, da kommt bereits der Vortragende um die Ecke. Auch er begrüßt mich persönlich und natürlich auf Platt. Wir kennen uns  und kommen daher schnell ins Gespräch. Im Foyer sitzen und stehen die Besucher der Veranstaltung mit einem Glas Wein in der Hand in angeregte Unterhaltungen vertieft. Entspannte Atmosphäre. Dann finden sich nach einem Glockenton die Zuschauer im Veranstaltungsraum ein und besetzen ihre Plätze. Es bleiben Ränge frei, doch ist die Veranstaltung gut besucht.

Plattdeutsch ist (noch?) eine Sprache, die vorwiegend von der älteren Generation gesprochen wird, so finden sich im Publikum dann auch leider keine jungen Interessierten. Aber das tut dem Abend keinen Abbruch, denn Ekhard Ninnemann trägt seine Geschichten und Gedichte sicher und mit der einen oder anderen Ausführung ergänzt vor. Begleitet wird er vom Duo Noordlücht, die bekannte und weniger bekannte Lieder, natürlich auf Platt, zum besten geben. Die Texte werden per Beamer an die Leinwand geworfen, so dass fast alle Lieder vom Publikum „textsicher“mitgesungen werden, obwohl die Klassiker bei fast allen wohl auch ohne ausgekommen wären.

Neben eigenen Texten liest eni, so sein Kürzel, auch Texte von Günter Harte, Elisabeth Meyer-Runge oder Peter Paulsen aus Lüneburg und auch von ihm ins Plattdeutsche übersetzte Gedichte von Machado oder Rilke. Wie der Titel schon verrät, haben alle Texte, sowohl gesprochen, als auch gesungen, etwas mit „dem eigenen Weg“ zu tun. Eine breite Palette der Interpretation tut sich dem Zuhörer auf, manchmal sehr tiefsinnig, manchmal auch fröhlich, wie z.B. die Geschichten, die „für Kinder und auch Erwachsene“ gedacht sind. Der angstfressende Drachen von Aline und die Kuh Klara, die keine Milch mehr gibt, aber dafür  so manchen „Contest auf dem Catwalk“ der Schönheiten in der Rinderwelt für sich entscheiden kann und „ihren“ Bauern ziemlich fordert…

In der Pause wird noch einmal plattdeutsch konversiert und die zweite Runde endet, ganz klar, mit frenetischem Beifall, der eine Zugabe erfordert. Rein zufällig haben die drei auf der Bühne natürlich den Klassiker des plattdeutschen Liedguts parat und „Dat Du mien Levesten büst“ klingt beseelt aus wohl allen Kehlen der Anwesenden.

Das hat Spaß gemacht und mein Fazit ist: Davon sollte es mehr geben!

Und wenn es nicht auf Platt ist, so sind andere Interpreten und Darsteller im NEUEN SCHAUSPIELHAUS in Uelzen wohl auch und auf jeden Fall einen Besuch wert! Allein, weil es dort so „kommodig“ ist!

Alle Bilder: NT

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Duo Noordlücht (NT)
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