Corona: Ein Lagebericht

Wer ausführliche Zahlen zur Corona-Pandemie in Niedersachsen haben möchte, kann sich diese, täglich aktualisiert, auf der Seite der Landesregierung holen. Hier werden die aktuellen Zahlen übersichtlich in Tabellen und mittels Grafiken gezeigt.

Frauen liegen „vorne“…

Eine der überraschensten Grafiken ist die Darstellung der Erkrankungen der letzten 7 Tage, bzw. der 7-Tagesinzidenz. Sie räumt vermeintlich mit der Vorstellung auf, dass ältere Menschen am häufigsten erkranken. Es sind bisher vielmehr die Jüngeren und dann die bis 49-Jährigen, die die Zahl der Erkrankten deutlich anführen. Außerdem zeigt sie, dass unerklärlicherweise Frauen insgesamt häufiger erkranken als Männer – bis auf die Altersgruppe der 20-29-Jährigen.

Zwar haben auch bei den 60- bis 79-Jährigen der Männer leicht „die Nase vorn“, in der Altersgruppe steigt die Sterblichkeit bei ihnen aber auch ohne Corona deutlich stärker an.

Umgekehrt bei den 80- bis 90+-Jährigen, dort liegen die Frauen klar „vorne“. Aber das liegt wohl daran, dass es in dieser Altersklasse deutlich weniger oder kaum noch Männer gibt…

Risikogruppen und Ältere wurden bisher verschont, aber das kann sich sehr schnell ändern…

Eine zweite Corona-Welle ist nun angesagt – und in Spanien rollt sie schon an. Erst vor vier Wochen hat man dort den Alarmzustand aufgehoben. Nun breitet sich das Virus erneut rasant aus. Britischen Urlaubern wird vor einer Urlaubsreise abgeraten, die, die schon in Spanien sind, werden aufgefordert nach Hause zu kommen und sich in Quarantäne zu begeben. TUI hat bereits die meisten Flüge gestrichen.

Auch viele Deutsche halten sich derzeit in Spanien auf – die meisten waren einfach nicht bereit auf ihre Urlaubsreise zu verzichten. Das könnte sich bitter rächen.

Aber auch in den deutschen Städten herrscht Unbekümmertheit. Seit Wochen wird wieder gefeiert, die Straßen sind voll, die Abstände gering oder vernachlässigt. Auch das kann sich sehr schnell rächen.

Viren sind erstaunlich smart…

Dem „neuen“ Covid-19-Virus wird nachgesagt, dass er clever mutiert ist. Die Erkrankungssymptome sollen nicht mehr so schwer sein, dadurch kann er sich aggressiver und schneller verbreiten. Solche Strategien gehören zur Natur der Viren, deren Ziel eine größtmögliche Verbreitung ist.

Zum größten Problem wird es dann, die Kontakte nachzuvollziehen. Bei einem schnellen, großen Ausbruch werden die Gesundheitsbehörden sehr schnell überfordert sein. Der kürzliche Ausbruch in Uelzen war eine deutliche Warnung.

Wenn wir in Deutschland nicht schnellstens zur anfänglichen Disziplin bei der Einhaltung der Regeln und weg vom Feier- und Reise-Egoismus zurückfinden, kann uns die zweite Welle sehr schnell in eine Situation explodierender und unkontrollierbarer Zahlen führen. Zustände wie derzeit in Südamerika sind dann denkbar. Und dann kann es sehr schnell zum großen Sterben bei den Risikogruppen kommen.

Für das, was wir bisher durch unser Verhalten verhindern konnten, wird dann jeder Einzelne mitverantwortlich sein.

Deshalb: Haltet die Regeln ein!!!

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