Bürgerentscheid: Flugplatz in Lüneburg bleibt – was passiert nun in Barnsen?

Im August 2019 hatte der Rat der Hansestadt Lüneburg entschieden, den Ende Oktober 2020 auslaufenden Pachtvertrag mit dem Luftsportverein Lüneburg e.V. (LVL) über die Flächen des „Sonderlandeplatzes“ in Lüneburg, nicht zu verlängern. Man wollte auf der Fläche die dringend notwendig gewordene Erweiterung von Gewerbe- und Ausgleichsflächen realisieren und damit Arbeitsplätze schaffen. Im Stadtgebiet gibt es dazu keine Alternativflächen.

Lüneburg-Hagen sollte für die Landebahn ein Übergangsstandort sein

Die Landebahn in Lüneburg war ursprünglich Teil der militärischen Anlagen im 2. Weltkrieg und wurde nach Kriegsende zivil genutzt. Die Stadt erwarb die Flächen 1986 vom Bund und stieg in den existierenden Überlassungsvertrag mit dem LVL ein, auch wenn beabsichtigt war, das Gelände langfristig anders zu nutzen – Lüneburg-Hagen sollte für die Landebahn ein Übergangsstandort sein.
Im Überlassungsvertrag hieß es dementsprechend, dass er gekündigt werden könne, wenn „das gesamte vermietete Gelände oder Teilflächen von der Stadt Lüneburg für die Schaffung von Industrie- oder Wohngebieten benötigt werden“.

Das führte ab den 1970er Jahren immer wieder zu hitzigen Debatten im Rat der Stadt, bei denen es hinsichtlich Lärm und Sicherheit um den Standort der Landebahn ging. Gleichzeitig war und ist sie für viele in der politischen Vertretung aber auch ein Statussymbol, sodass nie ein einheitliches Meinungsbild bei den verschiedensten Entscheidungen, in denen sie eine Rolle spielte, entstehen konnte.

1990 wurde, trotz allen Kontroversen, ein Pachtvertrag zwischen Stadt und LVL über 25 Jahre geschlossen. 2014 wurde er um fünf Jahre, bis zum 31. Oktober 2020, verlängert, wobei eine vormals enthaltene, automatische Vertragsverlängerung, dabei ausgeschlossen wurde. Seit dem 1. November 2015 zahlt der LVL eine Pacht in Höhe von 15.000 Euro jährlich.

Bürgerbegehren stellt Ratsentscheid auf den Kopf

Nach dem Ratsbeschluss von 2019, den Pachtvertrag nun nicht weiter zu verlängern, starteten Mitglieder des LVL ein Bürgerbegehren. Per Bürgerentscheid sollte erreicht werden, dass die Hansestadt Lüneburg dem Luftsportverein Lüneburg e.V. das Gelände weitere 15 Jahre verpachtet.

Die erforderlichen 5923 Unterschriften wurden dazu gesammelt und fristgerecht vorgelegt. Am vergangenen Sonntag, dem 14. Juni 2020, fand nun die Abstimmung statt: 82% der Lüneburger Bürger/innen stimmten für den Erhalt des Flugplatzes.

Feuerwehrflieger können bleiben

Ein wichtiger Faktor dürfte bei der Entscheidung die Feuerwehr gewesen sein: Deren Flugzeug, zur Beobachtung der Waldbrandgefahr, ist in Lüneburg stationiert – 2013 wurde das 50-jährige Bestehen des Niedersächsischen-Feuerwehr-Flugdienstes am Luftstützpunkt Lüneburg gefeiert.

Konsequenzen auch für Flugplatz in Barnsen?

Eine Ablehnung des Bürgerbegehrens hätte für die niedersächsische Feuerwehr den Umzug bedeutet: Als alternativer Standort war seit längerem der Flugplatz in Uelzen (Barnsen) im Gespräch. Das hat hier bereits viel Unruhe erzeugt, denn auch der Flugplatz in Barnsen – und eine geplante Erweiterung – ist heiß umstritten.

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