Auseinandersetzung um Kanalsanierung



Zu einer Auseinandersetzung mit umgekehrten Vorzeichen über die Kanalsanierung in Bohlsen kam es am 17.11. im Bauausschuss der Samtgemeinde.

Wilhelm Schröder (CDU) forderte eine Antwort auf seine Frage, wann die Schäden am Abwasserkanalnetz in Bohlsen abgearbeitet werden. Er wollte nicht einsehen, warum er einen Antrag dafür stellen solle, dass die Mängel beseitigt werden. Schließlich seien die Kanäle vor fünf Jahren untersucht worden. Seitdem steht fest, dass es Mängel gibt – nun müssten sie auch beseitigt werden.

Damit befand er sich eigentlich genau auf der Argumentationslinie des Ausschussvorsitzenden Manfred Mikulla (SPD), der die Kanalsanierung seit Jahren fordert, aber bisher immer (u.a.) an Schröder scheitert.

Mit süffisantem Lächeln konterte er deshalb: „Die Verwaltung hat Aussagen dazu gemacht, warum in Bohlsen so verfahren wird. Nämlich, dass solange keine Sanierung in Angriff genommen wird, solange die Dichtigkeit der Kanäle nicht gewährleistet ist.„ Der Aufwand dazu ist groß und teuer. Ein Problem sind fehlende Übergabeschächte. Nur mit deren Hilfe können Fremdeinleitungen festgestellt und überwacht werden.

„Jede Sanierung vor dieser »Abstellung« ist für die Katz„, hatte Rüdiger Lilje betont, und geschildert, dass Fremdwasser in großen Mengen auf ungeklärte Weise – und zu großen Teilen von privaten Grundstücken – in den Abwasserkanal gelangt. „Das muß erst abgestellt werden, dann können wir anfangen…„ Für 2017 kündigte er die Planung für Bohlsen an, für 2018 dann die Schadenabarbeitung. Vorher müsse aber noch geklärt werden, wie die Problematik angegangen werden solle, denn damit kämen u.U. hohe Kosten auf die Grundstückseigentümer zu.

Sichtlich unzufrieden verweigerte Schröder später seine Zustimmung zu den Investitionsmaßnahmen im anstehenden Haushaltsplan. Er enthielt sich. Damit war er aber nicht alleine: alle anderen enthielten sich ebenfalls…

 

Ein weiterer Streitpunkt war die Haushalts-Unterposition „Zufahrtswirtschaftsweg„ zur Kläranlage Suderburg. 50.000 Euro sollen für eine evtl. Sanierung der Straße in den Haushalt eingestellt werden. Sie ist durch die schweren Fahrzeuge für die Klärschlammentsorgung arg in Mitleidenschaft gezogen.

Das könne er nicht verantworten, denn schließlich gehöre die Straße ja der Gemeinde Suderburg und nicht der Samtgemeinde. „Die fährt sie aber kaputt„, meinte Manfred Mikulla und verwies darauf, das eine Reparatur der abgefahrenen Kanten günstiger ist, als die Straße irgendwann mal komplett neu machen zu müssen.

„Die Gemeinde Suderburg braucht diese Straße nicht„, erklärte auch Suderburgs (Gast-)Ratsherr Ulrich Mietzner, und „wir werden dafür garantiert kein Geld ausgeben„.

Alle weiteren Positionen zum Haushalt 2015 waren unstrittig, trotzdem fehlt ihnen jetzt die Zustimmung weil sich alle der Zustimmung enthielten.

1. Der Gesamtergebnisplan des Baubereiches 2015 gemäß Beratungsergebnis – alle enthielten sich.
2. Den Gesamtfinanzplan des Baubereiches 2015 gemäß Beratungsergebnis – alle enthielten sich.
3. Die Investitionsmaßnahmen 2015 gemäß Beratungsergebnis – 1 Zustimmung, Rest Enthaltungen

Nun muss sich der Rat damit noch einmal befassen.

 

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3 Kommentar


schröbo
11/21/14

Das war wohl wieder ein Paradestück dafür, wie die Suderburger SG-Verwaltung in der Person des Baumatsleiters R. Lilje die Ratsmitglieder an der Nase herumführt.
Was muss eigentlich noch passieren, bis die Bauverwaltung erkennt, dass sie über Jahrzehnte den Kopf in den Sand gesteckt und die Augen vor der Wahrheit verschlossen hat.
In Bohlsen wurden die Kanäle untersucht, man stellt fest, dass große Schäden vorhanden sind und was macht man? Nichts!!!
Muss denn erst das gesamte Kanalnetz zusammenbrechen, bevor Herr Lilje erkennt, dass er schon vor vielen Jahren hätte handeln müssen?
War den Ratsmitgliedern nicht bekannt, welche Schäden sich im Abwassersystem der SG Suderburg befinden?
Es ist ja das Schöne an den Abwasserleitungen, dass sie unter der Erde liegen und man sie nicht sieht.
Der neue Samtgemeindebürgermeister ist gut beraten, wenn er die Kanalsanierung zur Chefsache macht und lieber heute als morgen handelt!


Lönsi
11/22/14

Wenn man das liest, stellt sich nicht mehr die Frage warum keine oder immer weniger Bürger an den öffentlichen Sitzungen teilnehmen. Sie gehen alle mit Kopfschütteln und verärgert, so wie ich bei der vorletzten Sitzung bei Spiller, nach Hause und sind frustriert.
Wen wundert es da noch, dass nur so wenige Bürger Interesse an der Arbeit der Ausschüsse zeigen. Man ist es leid gerade von zum Beispiel Herrn Schröder aus Bohlsen, immer und immer wieder über viele Jahre hinweg wirklich unnötige und teilweise unsachliche Äußerungen zu hören! Gerade zu dem leidlichen Thema Abwasser-Kanäle und deren Zustände in der Samtgemeinde Suderburg. Auch ein Herr Lilje scheint zu machen was er will, wo sind wir hier hingekommen ?
Til Eugenspiegel lässt grüßen!
Ist es denn so falsch lieber Herr Schröder, wenn Herr Mikulla seit Jahren zu Recht fordert das ein Kanalkataster geführt werden soll, um Schäden aufzulisten und diese dann pö a pö abzuarbeiten? Jeder Betrieb muss zum Jahresende eine Inventur ausführen, dazu gehört nicht nur was dieser noch an Materialien eingelagert hat, sondern auch was an Investitionen für das Überleben des Betriebes im nächsten Jahr nötig ist.
Und jeder normale Mensch weiß, wenn ich eine Maßnahme durchführen will, muss ich Mittel dafür vorher bereit stellen. Nur so sind diese auch zu finanzieren!
Es muß doch möglich sein, parteiübergreifend einen sachlichen und vernüftigen Konsenz zu führen. Oder haben unsere Verwaltungsmitarbeiter und Rats-/Samtgemeinderats-Mitglieder
das verlernt? Wenn ja, dann sollten Sie das schnellstens wieder erlernen, denn Sie beraten und entscheiden über unsere Steuergelder.
Man muss auch einmal sein eigenes parteipolitisches Gedankengut hinten anstellen, wenn man zum Wohle des Bürgers handeln will und muss.


hewi
11/22/14

Man muss Lönsi zustimmen, wenn es um die Schmutzwasserkanäle der SG Suderburg geht. Seit Jahrzehnten weiß man bei der Verwaltung und den Ratsmitgliedern, dass es große Schäden beim Abwasser gibt. Die Verwaltung, insbgesondere Herr Lilje, kümmert sich um alles andere nur nicht um die Kanäle.
CDU, WSL und Grüne sehen und wollen das Problem nicht sehen und lassen sich von der Bauverwaltung einlullen.
Die SPD fordert seit Jahrzenhnten die Sanierung der Kanäle aber ohne Mitstreiter im Rat kann sie nichts bewirken.
Wenn Herr Lilje nicht in der Lage ist, den Ratsmitgliedern Sanierungsvorschläge zu machen, dann soll er sich einmal vom Abwasserfachmann Mikulla beraten lassen.
Lernen hat noch nie etwas geschadet!

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