Aus dem Bürgermeisteramt 11/12-2015



Keine neuen Schienenstränge in Suderburg! So lautet das Ergebnis des “Dialogforums Schiene-Nord”. Weder soll die Neubaustrecke Asshausen-Suderburg gebaut werden noch ist ein drittes Gleis zwischen Uelzen und Celle geplant. Vorausgesetzt, der Bundestag stimmt dem Ergebnis des Dialogforums zu. Eine kleines Schmunzeln kann ich mir ja nicht verkneifen. Was wurde die Form des Dialogforums anfangs regelrecht verteufelt. Inzwischen hat es sich zu einem vorbildlichen, sicher noch verbesserungswürdigen Modell zur Bürgerbeiligung gemausert.

Am diesjährigen Volkstrauertag habe ich an den Gedenkfeiern in Räber und Hösseringen teilgenommen. In meiner Ansprache in Suderburg widmete ich mich der Flüchtlingssituation. “Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage”, heißt es im Totengedenken. Und zu den Opfern zähle ich auch Überlebende und besonders die Menschen, die es unter dem Einsatz ihres Lebens aus Syrien und dem Sudan bis nach Suderburg geschafft haben und von der Flüchtlingshilfe in unbezahlbarer ehrenamtliche Arbeit betreut werden. Schade nur, dass bei einem Großteil unserer Bevölkerung der Volkstrauertag an Bedeutung verloren hat. Dabei müsste das Gegenteil eintreten!.

Frische Luft gab es in den letzten Wochen für den Bürgermeister reichlich. Bei niedrigen Temperaturen durfte ich einige Hundert TeilnehmerInnen des Herbstlanglaufs begrüßen. Die Mitgliederwanderung des Tourismusvereins Suderburger Land führte uns zur Klintmühle. Hier wird reichlich sauberer Mühlenstrom erzeugt: Neben einer riesigen Solaranlage speist die Turbine, angetrieben vom Häsebach, zwischen 10 und 20.000 Kilowattstunden Strom im Jahr in das Netz ein. Nach der feuchtkalten-wegematschigen Wanderung schmeckte Kaffee und Kuchen im Gasthaus Wellmann doppelt so gut.

Bedrückender war dagegen der öffentliche(!) Veranstaltungsnach-mittag “Spurenstoffe in Wasserkreislauf” mit ausgewiesenen Fachingenieuren in der Ostfalia. Mit den Mikrostoffen aus der Landwirtschaft (Pestizide, darunter Glyphosat), der Industrie und den Haushalten (z.B. Problemstoff Diclofenac, der in Kläranlagen nicht abbaubar ist oder im Waschbecken entsorgte Arzneimittel), die sich im Grundwasser anreichern und die Trinkwasserwerke vor große Probleme stellen, kommt noch eine Lawine auf uns zu. Umso unverständlicher ist deshalb, dass schon kleinsten Gesetzesänderungen zum Schutze des Oberflächenwassers Proteststürme von Berufs- und Lobbyverbänden entgegenwehen. Hier heißt es, politisch weiter aktiv zu bleiben und optimistisch in die Zukunft blicken. Gut, dass die Suderburger Wasserbaustudentinnen und -studenten so hervorragend für die Bewältung dieser Probleme qualifiziert werden.

Mit einigen Bürgermeisterkollegen aus dem Landkreis habe ich die Regionalversammlung der Metropolregion Hamburg besucht. Im mondänen Hamburger Rathaus (man muss die übertriebende Selbstdarstellung hanseatischer Machtansprüche nicht mögen) gab es Foren zum “Wohnen mit Zukunft”. Auch ländliche Räume wurden betrachtet. Generell wird unser Kreis ja dem Schrumpfen zugeordnet. Aber es gibt viele intereressante Beispiele aus Kommunen, die sich dem erfolgreich entgegenstemmen. Ansätze davon gibt es in unserer Gemeinde, dennoch können wir von anderen noch viel lernen.

Die letzten Wochen im Jahr sind wie immer mit Adventsfeiern gut gefüllt. Fast jeder Ortsteil hat inzwischen „seinen” öffentlichen Adventskranz. Am Wochenende wird von den Dorfgemeinschaften eine Kerze angezündet, anschließend gibt es ein gemütliches Beisammensein. So wird der Zusammenhalt gefördert.
Musikalisch hat der Advent viel zu bieten: Die beiden Posaunenchöre in der Samtgemeinde haben Großeinsatz. Die Auftritte unserer beiden Chöre, Frohsinn und Kirchenchor Remigius, in der jeweils voll besetzten Uelzener Marienkirche waren absolut hörenswert. Suderburgs „Kulturbotschafter” haben viele Menschen mit weihnachtlichen Liedern begeistert. Zu den musikalischen Kulturbotschaftern zähle ich aber auch unsere Rockbands, die sich weit über die Gemeinde hinaus einen Namen gemacht haben.

Ich wünsche ich allen Bürgerinnen und Bürgern besinnliche Weihnachtstage.
Ihr Bürgermeister Hans-Hermann Hoff

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Hans-Hermann Hoff

Bürgermeister der Gemeinde Suderburg
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Hans-Hermann Hoff veröffentlich in der ZEITUNG und an dieser Stelle einmal monatlich seine Kolumne "Aus dem Bürgermeisteramt".
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Er ist seit 1986 ununterbrochen in Suderburg für die GRÜNEN im Gemeinde- und Samtgemeinderat politisch aktiv. Zusätzlich vertrat er die Bürger der Samtgemeinde 16 Jahre im Kreistag.
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Ende 2011 wurde er mit den Stimmen der politischen "Gegner" von einer Mehrheit zum Bürgermeister gewählt.
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Im Berufsleben ist er als Studiendirektor und Abteilungsleiter an der Berufsbildenden Schule I in Uelzen unterwegs.
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Kontakt: Tel. 05826 8946, hoff.suderburg@t-online.de oder facebook.com/buergermeister.hoff

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