Abendsegler im Bachtal



Fledermäuse erhalten sichere Quartiere entlang der Heidebäche.

Mit jedem Baum der fällt, verändert sich die Welt der Fledermäuse. Die unter Schutz stehenden Insektenjäger sind auf eine Vielzahl an Höhlen und Verstecken in ihren Lebensräumen angewiesen. Durch die intensive Waldnutzung werden häufig Tagesquartiere durch Baumfällungen zerstört, so dass ein Mangel an Baumhöhlen die Situation für Fledermäuse verschlechtert.

Mit der Aktion „Abendsegler im Bachtal“ wurden an zwei Standorten im Suderburger Land Quartierstandorte für Fledermäuse geschaffen. Durch das Anbringen von speziellen Fledermauskästen an Bäumen, wurde das Höhlenangebot für die Insektenjäger langfristig verbessert.
Das Stahlbachtal im Raum Böddenstedt, sowie eine Teichanlage bei Suderburg wurde vom Naturwart Thomas Dorschner als geeignete Standorte ausgewählt. Das Projekt wurde von der BINGO-Umweltstiftung und dem NABU-Uelzen gefördert und konnte mit Helfern der Arbeitsgruppe „Das Dorf in der Landschaft“ realisiert werden.

Die verschiedenen Fledermausarten stellen unterschiedliche Ansprüche an ihren Lebensraum. Als Kulturfolger nutzt die Gruppe der Hausfledermäuse gerne Dachböden, Giebel- und Wandverkleidungen als Tagesversteck.

Eine typische Fledermausart ist die Breitflügelfledermaus, die bereits in der Dämmerung durch den Ort Böddenstedt fliegt. Zusammen mit der Zwergfledermaus gehört sie zu den häufigsten Arten im Siedlungsbereich.

Der Große Abendsegler vertritt die Gruppe der Waldfledermäuse und bevorzugt große Laubwaldgebiete. Als Tagesquartier nutzt er verlassene Spechthöhlen, die von vielen anderen Tieren ebenfalls beansprucht werden. An dem Waldweg zwischen Böddenstedt und Hamerstorf kann man die Abendsegler im Licht der untergehenden Sonne bei ihren Sturzflügen beobachten. Die insektenreiche Bachlandschaft mit ihren Grünlandflächen und Laubwäldern sind gute Jagdgebiete für Fledermäuse. Zusammen mit den angebrachten Fledermauskästen wird das Projekt „Erlebnisraum Stahlbachtal-Mitte“ weiter zur Fledermausregion entwickelt und soll langfristig auf das gesamte Stahlbachtal von Bahnsen nach Holxen ausgeweitet werden.

Text: Thomas Dorschner
Foto: Frank Manthey

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