36. Europäischen Jonglierconvention in Frankreich



Sport Jongleure auf der 36. Europäischen Jonglierconvention in Frankreich vom 26.07. – 04.08.2013
Ein Bericht von Julia Heinrich

In den Sommerferien machten sich 10 Jongleure aus unseren Reihen auf den Weg nach Toulouse zu der 36. Europäischen Jonglierconvention. Derzeitigen Schätzungen zufolge (es gibt noch keine offizielle Zahl) wurde die Convention von mehr als 3.000 Jongleuren aus ganz Europa besucht.

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Bild: Die Sport Jongleure vor einem von 7 Zirkuszelten

Los ging es am Freitag, 28.07.2013: Anna-Maria Hinrichs, Bianka Schab, Eva Claaßen, Korinna Kreklau und Jenny Matthiesen fuhren mit dem Zug nach Hamburg, von wo aus dann der Flieger direkt nach Toulouse ging. Mit ein wenig Verspätung erreichten damit die ersten Sport Jongleure um ca. 23.30 Uhr die Convention – und das bereits  einen Tag vor dem offiziellen Start.

Am Samstag stieß als Erste Friederike Kraaz dazu, die bereits einige Tage Urlaub in Frankreich verbracht hatte und mit dem Zug und anschließender Metro-Fahrt ebenfalls das Convention-Gelände an der Zirkusschule „Lido“ erreichte.
Nach einem 2-tägigen Zwischenstopp in Challex und einem mehrstündigen Stau stießen am späten Samstagnachmittag auch Heide Kölle und Julia Heinrich dazu. Da die Beiden mit dem Auto anreisten, hatten sie noch einiges an Reisegepäck (Zelte, Keulen, etc.) von den bereits Anwesenden dabei und wurden freudestrahlend begrüßt.
Gemeinsam wurde das Auto entladen, die Zelte aufgebaut (gerade rechtzeitig vor der Regenschauer, die eine willkommene Abwechslung zu den 38° brachte) und ein Abendessen aus den Lebensmittelbeständen aller Anwesenden bereitet. Zum Abschluss ging es in das Französische Show-Zelt, um die Show „Sens Dessus Dessous“ zu besuchen. In der Show wurde nur mithilfe von Seilen und Stäben eine wunderbare Geschichte erzählt – wer hätte gedacht, was zwei Künstler mit einem „einfachen“ Seil alles anstellen können?!

Der Sonntag begann für uns –mittlerweile 8- Sport Jongleure sonnig mit einer gemeinsamen Jonglage in einer von drei großen Hallen. Hier wurden unter anderem neu erlernte Passingmuster ausprobiert. Gegen Mittag stieß dann Thomas Waltje dazu, der ebenfalls per Flugzeug anreiste.
Im weiteren Verlauf des Tages wurde das Conventiongelände erkundigt, welches neben drei Hallen, 7 Zirkuszelten (Renegade-Zelt, Open-Stage-Zelt, Bar-Zelt, Französisches Show-Zelt, Gala-Show-Zelt, ZimZam-Zelt und Family-Village-Zelt), drei Zeltplätzen und einem Slack-Line-Bereich auch das „EJC Village“ mit einer bunten Auswahl an Essensständen beinhaltete. Selbstverständlich durfte auch ein „Fire Space“ nicht fehlen, der unter anderem auch für Einrad-Wettkämpfe genutzt wurde und es gab ein „Family Village“, in dem es spezielle Angebote für Kinder gab.

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Bild: eine von drei Jonglierhallen

Nach dem Abendessen ging es in das Gala-Show-Zelt zur der Show von Patrick Elmnert (Schweden) und Wes Peden (USA). Die Show, die wir an diesem Abend zu sehen bekamen war wirklich atemberaubend: Die beiden rannten und sprangen über die Bühne, bewaffnet mit Bällen und Keulen – mal in der Einzeljonglage (die jedes Mal wunderbar synchron war) oder gemeinsam mit für uns völlig neuen Tricks.

Der Montag startete mit einem Einkauf bei dem ca. 1 km entfernten LIDL. Vermutlich war diese Woche für den Supermarkt die umsatzstärkste Woche im ganzen Jahr. Gleich nach dem Einkauf gab es ein ausgiebiges Frühstück, um am Nachmittag die ersten Workshops zu besuchen, staunend andere Akteure zu bewundern oder in der Sonne bzw. in einer Halle an den eigenen Künsten zu arbeiten. Während ein Teil von uns bereits das Abendessen (welches größtenteils aus Nudeln mit Tomatensoße bestand) genoss, machten sich Anna, Thomas und ich auf den Weg zum Flughafen um (auf ziemlich interessante Weise: hin mit dem Auto und zurück mit der Metro) Kim Rothe abzuholen, die als zehnte und somit letzte Sport Jongleurin dazu stieß. Nachdem nun alle in dem kleinen „Sport Jongleure Dorf“ angekommen waren und die Zeltaufteilung für die ersten Nächte einigermaßen geklärt war, machte sich ein Teil auf den Weg in das Open-Stage-Zelt zu einer Show mit ganz unterschiedlichen Akteuren und Darbietungen.

Der Dienstag wurde von allen genutzt, um etwas mehr von Toulouse zu sehen. Mit der Metro ging es in die Innenstadt, wo Reiseleiterin Anna den Großteil der Sport Jongleure zu den wichtigsten Flecken geleitete, zum Beispiel an die „Pont Neuf“: die älteste noch erhaltene Brücke über die Garonne in Toulouse, erbaut 1543 bis 1632.
Heide und Julia machten auf der Fahrt in die Innenstadt noch einen Zwischenstop in einer französischen Werkstatt, wo  sie dann, nach einigen anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten, eine neue Batterie in das Auto eingebaut bekamen, so dass dieses am Ende der Woche beide heil nach Deutschland zurückbringen würde.
Abends ging es für den Großteil der Gruppe erneut in das französische Show-Zelt, diesmal zu der Show „Defracto“ mit Guillaume Martinet und Minh Tam Kaplan. Deren Jonglage ist eine Neuerschaffung einer Körpersprache, beeinflusst durch geworfene und fliegende Objekte – eine Sprache mit einer eigenen Logik und eigenen Regeln. Die Beweglichkeit der beiden Akteure glich der von Tieren. Eine absolut wahnsinnige Show, die es sich wirklich zu sehen lohnt!
Der andere Teil der Gruppe schaute sich die „Intrika Fashion Show“ an. Eine Show, die auf jeder EJC im neuen Gewand gezeigt wird. Es handelt sich hier um eine Modenschau verbunden mit den unterschiedlichsten Künsten (Jonglage, Akrobatik, Balance, Schwingen, und vieles mehr).

Am Mittwoch wurden unter anderem die Lebensmittelvorräte weitestgehend aufgestockt (bei täglich ca. 37° war ein „Einkauf auf Vorrat“ kaum möglich) und es gab einige interessante Workshops, die von uns besucht wurden. Besonders erwähnenswert sind hier:

· der „Lach-Workshop“, an deren Ende die Teilnehmer vor lauter Lachen sogar Bauchschmerzen bekamen
· der „JolleyBall Workshop“, in dem zunächst die offiziellen Regeln erläutert und später gespielt wurde
· der „VolleyClub Workshop“ mit Bob Carr, in dem wir Tipps und Anregungen für das Spielen erhalten haben. Das Spielen selber wurde auch geübt, jedoch schaffte es selten jemand überhaupt mal eine Angabe zu fangen…

Am späten Nachmittag fand eine Versammlung der EJA (European Juggling Association) statt, auf der für einzelne Länder die Landesvertreter gewählt wurden und ein kurzer Bericht über die geplante EJC 2015 in Berlin vorgestellt wurde. Da es hier noch einige ungeklärte Punkte gibt, wurde noch kein konkreter Auftrag zur wirklichen Durchführung der EJC 2015 in Berlin erteilt. Dieses wird vermutlich in den nächsten Monaten direkt durch die EJA geschehen und dann auf deren Homepage (www.eja.net) bekannt gegeben. Auch für das Jahr 2016 gab es keine Bekanntgabe eines Veranstaltungsortes.
Am Abend hatten alle dann das Glück recht gute Plätze für die „Fire Gala“ unter freiem Himmel zu ergattern. Der Moderator, verkleidet als „Superman“ führte durch eine Feuershow mit wirklich großartigen Vorführungen – mit Staffs, Pois, Hula Hoops, Fackeln, Seilen und allem was noch dazugehört.

Der Donnerstag wurde größtenteils draußen verbracht, um der Europäischen VolleyClub-Meisterschaft zuzuschauen, nebenbei selber zu trainieren oder einfach die Sonnenstrahlen zu genießen.
Abends bzw. nachts (Beginn war ca. 23.30 Uhr) gab es für alle die große Gala mit internationalen Stars. Große Begeisterung löste diese zu Beginn nicht aus. Erst gegen Ende kamen zwei Acts, die die Zuschauer im wahrsten Sinne des Wortes „vom Hocker rissen“: der erste war unter anderem mit Wes Peden, in dem es wieder sehr actionreich zuging und am Ende sämtliche Jongliergegenstände über die Bühne flogen. In dem zweiten Act jonglierte eine Frau mit Ihren Füßen bis zu 4 (oder 5?) Bälle, so groß wie Fußbälle.
Nach der Gala gab es für die „Großen“ noch einen kleinen Abstecher in das Bar-Zelt, in dem es jeden Abend Live-Musik gab.

Am Freitag hieß es dann leider für Anna, Bianka, Eva, Kim, Korinna und Jenny Abschied nehmen.
Für die „Verbliebenen“ war der Rest des Tages stark „Combat-geprägt“: nachmittags gab es die Qualifikation zu der Fight Night, welche dann in der Nacht von Freitag auf Samstag stattfand. Im spannenden Finale waren (wie im vergangenen Jahr auch) Luke Burrage und Jochen Pfeiffer. Gewonnen hat (wie im vergangenen Jahr auch) Jochen. Nachzusehen gibt es das Ganze bei youtube unter „EJC 2013 Fight Night Final – Luke vs Jochen“.

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Bild: Fight Night Qualifikation

Wie auch auf den vergangenen EJC’s fand am Samstag, dem letzten Tag der Convention, eine Parade in die Innenstadt statt. Der größte Teil wurde mit der Metro zurückgelegt, bevor es dann zu Fuß mit einem Zwischenstopp in einem Brunnen zur Abkühlung aller, zum Rathausplatz ging. Auf dem Weg dorthin wurde spontan auch mal Combat auf der Straße gespielt. Auf dem Rathausplatz fanden dann die abschließenden Jonglierspiele statt: Dauerjonglage mit 5-Bälle (der Sieger jonglierte über 25 Minuten!),  5 Keulen, 7-Keulen-Passen, Einrad-Gladiator, und vieles mehr.

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Bild: Jonglierspiele auf dem Rathausplatz

Am Abend fuhr Friederike dann mit dem Zug zurück zum Familienurlaub in Frankreich und Heide, Thomas und Julia starteten mit der 16-stündigen Rückfahrt nach Deutschland.

Alle hatten einen Riesen Spaß auf der diesjährigen EJC und freuen sich auf 2014!

37. Europäische Jonglierconvention: 19. – 27. Juli 2014 in Millstreet (Irland)

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