Zapfhahneinmessung im Pommeriens



Es war schon immer Brauch in Suderburg: Wer als Kneiper etwas auf sich hält, lässt sich den Bierhahn einmessen – und zwar fachgerecht.

Prädestiniert dazu sind von jeher die Ericaner, die helfen, die Suderburger Ingenieurkunst seit Generationen in die Welt zu tragen. Das Nivellieren haben sie sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen, sie fehlen auf keiner wichtigen Baustelle auf der Welt und wissen auch genau, was ein Zapfhahn ist.

Der Ablauf einer Einmessung geht folgendermaßen: Von einem festen Messpunkt im Ort, mit definierter Höhenangabe, wird abschnittsweise mittels Nivellierinstrument und Nivellierlatte bis zum Zapfhahn gemessen – notfalls quer durchs Dorf – und dort dann die exakte Höhe über Normalnull (NN oder N. N.) bestimmt.
Später wird ein Messingschild mit den Angaben zum höchsten Punkt des Zapfhahns und weiteren notwendigen Daten an der Zapfstelle angebracht. Auf dem Schild stehen aber außerdem auch die Namen der beteiligten Ericaner.

So wurde zum Beispiel bereits 1967 die Bierhahnoberkante im Gasthaus Müller eingemessen und jeder Tresengast kann seither mit einem Blick feststellen, ob die Schuhe trocken bleiben, sollten plötzlich die Deiche brechen. Und er weiß, wem er diese Informationen zu verdanken hat.

Dieser uralte Brauch wurde nun auch dem Bierhahn im Pommeriens zu Teil und die Ericaner freuten sich riesig über Paddys Anfrage. Schließlich kommt eine Zapfhahneinmessung ja eher selten vor und es gibt Generationen von Studenten, die sich auf diese Weise in Suderburg nicht verewigen konnten.

Das Einmessen fand im kleinsten Kreis, am 8. März 2014, statt. Das Anbringen des Messingschildes soll dann aber mit einer großen Party für Jedermann am 29. März ab 20 Uhr gefeiert werden.

Dazu sind alle Bürger eingeladen. Abgerundet wird der Abend mit Livemusik. Die Band C-Mitte aus Bad Bevensen ist zu Gast und der Eintritt ist natürlich frei.

Foto nach vollbrachter Arbeit: Andreas Koch, Patricia Holm, Moritz Marwede al. Practikus, Mourad Hamama al. Zeus, Stephan Möhring al. Murmel und Malcolm Hamama al. Hercules.

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